Der Kapitän gibt Entwarnung

von Redaktion

Bayerns Basketballer müssen wohl nur kurze Zeit auf den verletzten Danilo Barthel verzichten

VON PATRICK REICHELT

München – Zu Wochenbeginn war für die Basketballer des FC Bayern mal wieder Ruhe angesagt. Nach den strapaziösen Spielen gegen Athen, Barcelona und Bonn hat Trainer Dejan Radonjic seinen Profis mal wieder ein paar freie Stunden gewährt. Zumindest ein Ohr am Geschehen rund um den Audi Dome hielten dann aber doch alle. Wie war die Lage nun tatsächlich bei Danilo Barthel, der am Sonntag gegen Bonn nach sechs Spielminuten mit lädiertem Knie vom Feld geführt worden war?

Nach eingehenderen Untersuchungen ist nun klar: Die Sache ist doch halb so wild. Die Bänder in Barthels Knie sind unversehrt, der Bayern-Kapitän hat sich eine schwere Prellung des Kniegelenks zugezogen. Wie lange er ausfällt, bleibt abzuwarten. Es ist eine jener Blessuren, die der Verein gerne mit „müssen wir von Tag zu Tag entscheiden“ überschreibt. Trainer Radonjic will noch nicht einmal zur Gänze ausschließen, dass es bereits am Donnerstag (20.00 Uhr) in der Euroleague gegen Baskonia Vitoria reichen könnte. „Er wird behandelt“, sagte er, „man muss sehen, wie sich das entwickelt.“

Wahrscheinlicher ist: Barthel wird mindestens im Duell mit dem spanischen Topclub passen müssen. Für die Bayern ein doppelt schwerer Schlag. Der Kapitän und längste Bayer (2,08 Meter) wäre eines der gewichtigsten Argumente gegen die langen Männer der Basken – allen voran die 2,13-Meter-Center Johannes Voigtmann oder Vincent Poirier. Was Zentimeter bedeuten können, bekamen die Bayern vergangenen Donnerstag in Barcelona vorexerziert, als der 2,17-Meter lange Kroate unter dem Korb mit seinen Münchner Rivalen phasenweise Katz und Maus spielte.

Radonjic zuckt angesichts dieser Realitäten mit den Schultern: „Wir müssen dann eben zusammenrücken“, sagte er. Immerhin hat der Montenegriner ja Leute, die auf Barthels Position in die Bresche springen können. Derrick Williams ohnehin, der US-Forward macht in seinem Crashkurs europäischer Basketball Tag für Tag neue Fortschritte. Vergangenen Sonntag gegen Bonn war er gemeinsam mit Vladimir Lucic mit 20 Punkten der Münchner Topscorer.

Und dann ist da ja auch noch Lucic selbst. Der unermüdliche Serbe hatte auch im vergangenen Jahr nach dem Ausfall seines Landsmanns Milan Macvan immer wieder auf der Position des Power Forward ausgeholfen. Und er hätte nichts dagegen, es nun wieder zu tun. „Ich spiele das sogar sehr gerne“, sagte er, „im modernen Basketball musst du als Spieler ohnehin flexibel sein.“ Dejan Radonjic wird das gerne gehört haben.

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