Istanbul – Ohne seinen Kapitän und seinen Abwehrchef stieg der Tross von Schalke 04 in den Flieger nach Istanbul. Der verletzte Torhüter Ralf Fährmann und der erkrankte Naldo fehlten, als der kriselnde Revierclub Richtung Türkei abhob – dazu kamen die trüben Gedanken nach dem historischen Fehlstart.
„Champions League zu spielen, ist immer gut“, sagte Sportvorstand Christian Heidel vor dem Spiel bei Galatasaray Istanbul (21 Uhr/DAZN), „aber man kann jetzt nicht einfach sagen, es ist ein anderer Wettbewerb, und man vergisst, was am Samstag passiert ist. In den Köpfen hängt es trotzdem drin.“
Nach dem 0:2 gegen Werder Bremen hat der Absturz des Vizemeisters beängstigende Ausmaße angenommen: Sechs Niederlagen nach den ersten acht Ligaspielen hatte Schalke zuletzt vor 25 Jahren auf dem Konto, weniger als ihre bislang fünf Tore brachten die Königsblauen zuletzt 1967 zustande. Der angestrebte Champions-League-Platz ist zehn Punkte entfernt, der Abstiegskampf angesichts der schwachen Leistungen wahrscheinlicher.
Warum fast nichts mehr so klappt wie vor einem Jahr, ist auch Trainer Domenico Tedesco ein Rätsel. Doch Gelegenheit, darüber zu grübeln, hat er nicht. „Wir haben keine Zeit nachzudenken, wo wir stehen“, sagte der Coach. Erfolge müssen her, so einfach ist das. dpa