Athen – Das Spiel war zwar schon eine Viertelstunde vorbei, aber Niko Kovac war noch im Angriffsmodus. Er könne die Meinung nicht teilen, dass der FC Bayern einen glanzlosen Auftritt abgeliefert habe, sagte der Münchner Trainer nach dem 2:0 (0:0) gegen AEK Athen im dritten Champions League-Spiel gestern Abend:„Ich finde, wir haben sehr, sehr gut gespielt. Wir haben den Gegner beherrscht.“ Aber auch fast eine Stunden ziemlich einfallslos versucht, die kompakte griechische Defensive zu knacken.
Zwei Minuten genügten dem Rekordmeister schließlich im Athener Olympiastadion, um den zweiten Siegim zweiten Auswärtsspiel der Königsklasse zu sichern. Ein Doppelschlag von Javier Martinez (61.) und Robert Lewandowski (63.) brachte die Münchner nach dem Unentschieden daheim gegen Ajax Amsterdam wieder zurück auf Kurs Achtelfinale.
Rotation, hat Kovac gesagt, werde es auch weiterhin geben, aber in der griechischen Hauptstadt verzichtete der Trainer auf eine Personalrochade. Bis auf Rafinha, der den angeschlagenen David Alaba ersetzte, gab es im Vergleich zum erfolgreichen Wolfsburg-Spiel am Wochenende keine Veränderung. Aber die beinahe identische Elf bedeutete nicht, dass die Münchner auch da anknüpften, wo sie in Niedersachsen aufgehört hatten.
Die Partie begann zwar hoffnungsvoll für die Bayern – mit einem guten Konter. Doch Serge Gnabrys Hereingabe erreichte Lewandowski nicht (6.). Die Münchner blieben dominant, allerdings fehlte dem Spiel eine Struktur. Die wenigen verheißungsvollen Angriffe endeten meist in Missverständnissen. Ein Schuss von Gnabry ans Außennetz war noch das Beste, was die Bayern in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit boten (39.).
Die Ideenlosigkeit des deutschen Rekordmeisters machte den Griechen etwas Mut, sie trauten sich nach der sehr defensiven Anfangsphase häufiger in des Gegners Hälfte. Die Bayern-Abwehr war jedoch stets auf der Hut.
Nach der Pause setzte sich das uninspirierte Spiel der Münchner fort. Viel zu behäbig und schludrig agierten sie nach vorne. Athen hingegen kam mit Kontern ein paarmal vor das Münchner Tor, blieb jedoch ähnlich ungefährlich wie auf der Gegenseite der FC Bayern in der ersten Stunde dieser Partie.
In der 61. Minute klappte endlich das Zusammenspiel vor dem Tor. Mats Hummels war mit nach vorne gekommen und legte zurück auf Arjen Robben an der Strafraumgrenze. Dessen Schuss konnten die Griechen abblocken, aber den Abpraller nahm Javier Martinez direkt und schoss in sehenswerter Seitenlage ins Netz zur 1:0-Führung.
Draußen hatte sich da schon Leon Goretzka bereit gemacht, er kam für James. Und kaum war er auf dem Feld, fiel das 2:0 (63.), allerdings ohne sein Mitwirken. Rafhinha legte den Ball quer zu Lewandowski, der Pole traf aus kurzer Distanz – bereits die Entscheidung im Athener Olympiastadion, obwohl noch gut eine halbe Stunde zu spielen war.
Athen war nun nur noch bemüht, weitere Gegentore zu verhindern, und den Bayern fehlte das Schussglück. „In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Chancen genutzt, dann gewinnst du hier 2:0. Das ist sehr wichtig“, sagte Robben.