Deckel drauf, Formsache endgültig erledigt: Lewis Hamilton hat sich in Mexiko auf der Durchfahrt in den Rennfahrerhimmel auch von seinen störrischen Reifen, dem letzten aufmuckenden Gegner, nicht mehr bremsen lassen. Natürlich nicht. Zwei Rennen vor Saisonende ist er nun schon am Ziel, erneut Champion der Formel 1. Und wenn es überhaupt noch eines Beweises bedurft hatte, dass der britische Popstar der Königsklasse auch der überragende Pilot seiner Generation ist – spätestens diese fünfte Krönung ist der Beleg dafür. Mit Hamilton, dem hochbegabten Vollgas-Künstler, konnte auch heuer einfach keiner mithalten.
Dabei war es ja nicht so, dass der alte und neue Champion in dieser Saison keinen Widerstand zu brechen hatte. Sebastian Vettel und Ferrari machten dem Briten und seinem Mercedes-Team bis zum Sommer das Wettkampfleben richtig schwer. Fünf Mal wechselte die WM-Führung zwischen dem Deutschen und dem Titelverteidiger, monatelang war das Rennen um die Krone spannend wie seit Jahren nicht mehr. Aber dann haben der Brite und die Silbernen eben nochmal einen Gang höher geschaltet, während sich die Roten im Stress des Titelkampfes im Fehlermodus verhakten. So wehrt man Angriffe souverän ab, so zermürbt man Gegner – eine glänzende, wahrlich weltmeisterliche Gesamtleistung von Stern-Fahrer und Stern-Team.
Lewis Hamilton war schon vor dieser Saison einer der ganz Großen der Formel-1-Historie. Jetzt aber, nach WM-Titeln nun gleichauf mit dem 50er-Jahre-Helden Fangio, steuert der Mann mit der Nummer 44 endgültig Richtung oberste Olymp-Etage. Zwei Titel fehlen ihm noch, um zu Rekordweltmeister Michael Schumacher, dem siebenmaligen Champion, aufzuschließen. Und dass er das tatsächlich schafft, ist ihm absolut zuzutrauen. Er glaube fest daran, „dass ich das Beste noch vor mir habe“, hat der Legenden-Jäger Lewis wissen lassen. Und, ach ja, dass er sich „immer noch superjung“ fühle. 33 Jahre, 5 WM-Titel – und kein bisschen müde oder satt: Oh, oh, das sieht wirklich nicht gut aus für Vettel und alle anderen, die den Teufelskerl Hamilton auch in den kommenden Jahren als Rivalen der Rennbahn erleben werden. Besser gesagt: aushalten müssen.
Wolfgang.Sporer@ovb.net