München – Woo-yeong Jeong kennt sich aus in der Regionalliga. Zwar nur in der Staffel Süd, aber dort hat sich der 19 Jahre alte Südkoreaner in dieser Saison einen Namen gemacht, als Torjäger und exzellenter Vorbereiter bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern. Das genügte gestern, um von den Profis auf die Reise zu einem Spiel gegen einen ostwestfälischen Regionalligaclub mitgenommen zu werden.
Dem deutschen Rekordmeister gehen die Spieler aus. Für das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal heute beim SV Rödinghausen, Tabellenfünfter der Regionalliga West muss Trainer Niko Kovac neben den langzeitverletzten Kingsley Coman und Corentin Tolisso definitiv auf Arjen Robben (Rückenblockade), Jerome Boateng (Magen-Darm-Virus), James (Erkältung), Mats Hummels (Adduktorenbeschwerden) sowie Sven Ulreich, dessen Frau ein Kind erwartet, verzichten. Zudem ist Leon Goretzka angeschlagen.
Deshalb füllt Kovac den Kader mit vier Spielern aus der zweiten Mannschaft auf, darunter eben Woo-yeong Jeong, der bereits beim ersten Champions League-Ausflug der Münchner in dieser Saison zu Benfica Lissabon dabei sein durfte. Das größte Kopfzerbrechen bereitet Kovac wohl die Innenverteidigung. Weil für diesen Mannschaftsteil in Niklas Süle nur noch ein fitter Profi zur Verfügung steht, muss wohl Javier Martinez zum ersten Mal in dieser Saison im Abwehrzentrum aushelfen.
Eine Ausrede für die Münchner soll die Personalnot beim Bundesliga-Zweiten aber nicht sein. Man nehme die Pokalaufgabe sehr erst, sagte Kovac: „Wir haben es in der ersten Runde gesehen, dass es nicht so einfach ist.“ Nur mit viel Mühe und einem späten Tor durch Robert Lewandowski waren die Münchner im August gegen Drochtersen-Assel, wie Rödinghausen eine Regionalliga-Mannschaft, weitergekommen. „Wir sind haushoher Favorit, aber wir müssen die richtige Einstellung an den Tag legen, um zu gewinnen“, sagte Kovac vor der Abreise nach Osnabrück, wohin der Gegner die Partie verlegt hat.
Das mit der richtigen Einstellung klappte nach dem Formtief zu Herbstbeginn mit vier sieglosen Spielen in Serie zu Herbstbeginn zuletzt wieder ganz gut bei den Bayern. „Sicherlich müssen wir uns spielerisch verbessern“, sagte Sportchef Hasan Salihamidzic nach den drei Siegen gegen Wolfsburg, Athen und Mainz. Allerdings bleibt zur Feinjustierung im Moment nicht viel Zeit. „Für Trainer, die alle drei Tage spielen, ist es überschaubar, was man im technisch-taktischen Bereich machen kann“, weiß Kovac.
Der FC Bayern befindet sich gerade mitten im zweiten Englische-Wochen-Block der Saison, der mit der Partie bei Borussia Dortmund am 11. November endet. Im Moment sieht es danach aus, dass es in diesem Duell um die Bundesligaspitze gehen wird. „Wir sind wieder in der Erfolgsspur“, sagte Kovac – und dort solle man auch bleiben, fügte er mit Blick auf die nächsten Aufgaben an.
Dass sich aber bereits jetzt viel um den Bundesliga-Hit, der in dieser Saison wohl so große Brisanz verspricht wie schon länger nicht mehr, dreht, missfällt Kovac. Er stellt klar: „Dortmund ist jetzt noch weit weg. “ Räumlich ist der heutige Spielort aber nicht so weit entfernt von der Stadt des Tabellenführers. Nur rund 120 Kilometer.