Mister Doppelpack

von Redaktion

Sturm-Oldie des TSV 1860 hat in sechs verschiedenen Ligen Doppelpacks erzielt

München – „Ich glaube, meinen letzten Sixpack hatte ich vor zehn Jahren…“ Mit dieser Aussage sicherte sich Sascha Mölders zu Jahresbeginn die Sympathien sämtlicher Löwen-Normalos. Zumal ihn seine überschüssigen Pfunde nicht daran hinderten, mit 19 Regionalliga-Toren (plus drei in der Relegation) zum Vater des Aufstiegs zu werden.

Statt auf Sixpacks hat sich Mölders auf Doppelpacks spezialisiert. Die zwei Tore am Sonntag beim 2:2 gegen Großaspach retteten den Löwen am Ende nicht nur den verdienten Punkt, sie komplettierten auch eine Sammlung, die im deutschen Profifußball einmalig sein dürfte. Mölders kann jetzt Doppelpacks in sechs verschiedenen Ligen vorweisen: in Bundesliga eins, zwei und drei, dazu in zwei Regionalligen und der Oberliga Nordrhein. Gestatten: Mister Doppelpack.

„Für einen Stürmer ist es immer schön, wenn er trifft. Lieber wäre es mir aber gewesen, wir hätten das Spiel heute gewonnen“, sagte Mölders am Sonntag. Löwen-Trainer Daniel Bierofka stimmte dieser Aussage zwar zu, trotzdem hob er sein 33-jähriges Mentalitätsmonster hervor. „Sascha hat die richtige Antwort gegeben. Er hat zwei Tore gemacht, auch sehr gut vorne gearbeitet. Er hat seine Leistung mit den zwei Toren gekrönt.“ Auch Herbert Paul, der Rechtsverteidiger, ist angetan von seinem erfahrenen Kollegen: „Auf Sascha ist Verlass“, schwärmt der ehemalige Schweinfurter: „Wir wissen, was er kann. Man sieht in jeder Aktion seine Erfahrung, seine Spielintelligenz, er haut sich immer rein – und ist Gold wert für uns.“

Sieht sein Trainer grundsätzlich auch so. Trotzdem lässt er den Publikumsliebling nur von der Leine, wenn er ausnahmsweise mit zwei Stürmern spielt – oder Adriano Grimaldi gesperrt ist wie gegen Großaspach. Beim 2:0 gegen Braunschweig acht Tage zuvor hatte Mölders über eine Stunde lang zuschauen müssen, ehe ihn Bierofka für Grimaldi brachte.

Aber: Auf Mölders ist auch als Joker Verlass: Gegen Braunschweig machte er zusammen mit Benjamin Kindsvater den Deckel auf den Sieg (2:0) – gegen Großaspach war er von Beginn an hellwach, traf zunächst aus der Distanz – und kurz vor Schluss per Flugkopfball. „Der eine Topscorer fällt aus, der andere trifft zweimal“, bemerkte Paul so korrekt wie beeindruckt. Körpersprache, Schusstechnik, Führungsstärke – Mölders war am Sonntag auch ein würdiger Kapitän. Aufgeben gehört eh nicht zum Wortschatz des gebürtigen Esseners. Wichtiger ist ihm seine Rolle als Alterspräsident. „Da nehme ich mir auch das Recht raus, einem Jungen mal in den A . . . zu treten, wenn es sein muss“, sagte er zu Jahresbeginn.

Wie es nach der Saison weitergehen wird? Der im Sommer um ein Jahr verlängerte Vertrag läuft aus, die Trainerausbildung hat Mölders fest im Visier. Noch vor seinem 40. Geburtstag möchte er den Kurs zum Fußballlehrer absolviert haben, sagt er. Erste Erfahrungen als Coach hat er in der Landesliga beim SV Mering, seinem Heimatklub vor den Toren Augsburgs, gesammelt. Wohl dem, der so eine Multitalent in der Hinterhand hat.  ulk, lk, ffu

Körpersprache und Führungsstärke – Mölders war ein würdiger Kapitän

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