Darmstadt – Hertha BSC Berlin setzt seine erfolgreiche Saison auch im DFB-Pokal fort, hatte mit dem kampfstarken SV Darmstadt 98 aber lange viel Arbeit. Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai gewann am Dienstag das Spiel der zweiten Runde beim Fußball-Zweitligisten 2:0 (0:0). Joker Vedad Ibisevic erzielte vor 15 000 Zuschauern das 1:0 (64.) mit seinem ersten Ballkontakt, der ebenfalls eingewechselte Maximilian Mittelstädt (88.) erhöhte. „Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass ich hier eingewechselt werde“, sagte Ibisevic lächelnd: „Ich dachte, die Jungs schaffen es auch so und machen es schnell klar.“ Auch die drei vorherigen Pokalspiele gegen die Lilien hatten die Hauptstädter für sich entschieden.
Nachdem Berliner Anhänger am Samstag im Dortmunder Stadion randaliert hatten, blieb es während der Pokal-Begegnung auf den Rängen weitgehend friedlich. Aus beiden Fanlagern gab es allerdings Schmähungen gegen die Polizei. Schiedsrichter Robert Kampka (Mainz) pfiff die Partie mit einer Viertelstunde Verspätung an, weil der Bus der Berliner auf dem Weg zum Stadion am Böllenfalltor in einen Stau geraten war.
Herthas Trainer Dárdai hatte sein Team gegenüber dem 2:2 in Dortmund auf fünf Positionen verändert. Davie Selke rückte als Angriffsspitze ins Team und stand damit erstmals nach seinem Lungenkollaps in der Anfangsformation und zeigte viel Engagement.
In dem Duell hatten die Gäste deutlich mehr Spielanteile, Darmstadt behauptete sich aber häufig in den Zweikämpfen und spielte couragiert nach vorne. In der ersten Hälfte waren die Chancen verteilt. Die größte vereitelte Darmstadts Schlussmann Daniel Heuer Fernandes, als er einen Flachschuss von Salomon Kalou aus elf Metern glänzend parierte (37.).
Nach dem Wechsel erhöhte Hertha den Druck. Heuer Fernandes war erneut gefordert, als Ondrej Duda ihn aus kurzer Distanz prüfte (58.). Doch bei einem weiteren Schuss von Duda bekam der Darmstädter Torhüter nur noch die Fingerspitzen an den Ball. Ibisevic schaltete am schnellsten und erzielte das Führungstor. Anschließend verpasste Serdar Dursun eine scharfe Hereingabe von Joevin Jones und vergab damit die größte Chance der Südhessen (73.). dpa