München – Nach dem offiziellen Trainingsende hat Devin Booker am Dienstagmittag noch eine Serie an Dreipunkte-Würfen genommen. Die Quote des Bayern-Centers war sehr passabel. Es auch mal aus der Distanz zu versuchen, das könnte ja in der Tat auch für die großen Jungs der Bayern-Basketballer ein probates Mittel sein, wenn der Deutsche Meister am Donnerstag (18.45 Uhr/Telekom Sport“) in der EuroLeague beim türkischen Titelkandidaten Fenerbahce Istanbul antritt. Denn sehr viele Freiheiten unter dem Brett wird der EuroLeague-Gewinner von 2017 Booker & Co. wohl kaum gönnen. Dafür wird Jan Vesely schon sorgen.
Der 2,13 Meter lange Tscheche ist seit Jahren einer der herausragenden Spieler der europäischen Königsklasse, nach vier Spieltagen kann Vesely schon wieder auf eine schöne Bilanz von 16,3 Punkten und 6,5 Rebounds pro Partie verweisen. Der frühere NBA-Profi (Washington, Denver) ragt nicht nur mit seinen Ausmaßen heraus aus einem erlesenen Kader des Klubs aus dem asiatischen Bezirk Kadiköy. Booker mag sich jedoch beim Ausblick auf das Duell nicht konkret zu Vesely äußern, „Fenerbahce hat viele gute Spieler, auf die wir achten müssen, und zwar als Team“, sagt der Amerikaner.
Physischen Nachteilen in der Zone ist gerade Booker zuletzt mehrfach begegnet in der EuroLeague. Beim 73:83 beim FC Barcelona stellte ihn der kroatische Hüne Ante Tomic (2,17 m) vor reichlich Probleme. Eine Woche später indes, beim nicht unbedingt erwarteten 77:71 gegen Spaniens Vizemeister Vítoria, gewannen die Münchner gegen das imposante Trio aus Vincent Poirier (2,13 m), Johannes Voigtmann (2,14) und Ilimane Diop (2,11) sogar das wichtige Duell um die Rebounds (40:39), die abprallenden Bälle. „Wir haben dazugelernt, indem wir als Mannschaft 40 Minuten konzentriert waren“, betont Booker.
Trotz aller Lerneffektive stehen die Bayern vor einer höhen Hürde, zumal Fenerbahce mit Wut im Bauch auflaufen wird: Ausgerechnet im EuroLeague-Derby bei Efes Istanbul bezog der noch unbesiegte Tabellenführer der türkischen Liga zuletzt seine erste Niederlage (83:89). 3:1 lautet somit die Bilanz, die Bayern stehen bei 2:2-Siegen. „Fenerbahce stand in den letzten drei Jahren immer im Endspiel und sie haben in Zeljko Obradovic den besten Coach“, sagt Bayern-Trainer Dejan Radonjic über den serbischen Kollegen, der schon neun Mal die EuroLeage gewann. „Wir müssen trotzdem zuerst daran denken, wie wir spielen wollen, nicht so sehr, wie wir auf Fenerbahce reagieren.“ Teamwork gegen Vesely und auch mal ein Dreier von Booker könnten dabei Optionen sein. ROMAN LÖW