Doha – Zwei Patzer am Zitterbalken verhinderten ein Traumergebnis, doch am Ende überwog bei den deutschen Turnerinnen der Stolz. Der Riege misslang zwar mit 159,428 Punkten auf Platz acht das Vorhaben, das bisher beste WM-Abschneiden seit der deutschen Vereinigung zu toppen, das die Deutschen 2011 in Tokio mit Rang sechs erreicht hatten. „Es war heute kein perfekter Tag. Aber wir haben uns als tolles Team präsentiert.“, sagte Leah Grießer aus Karlsruhe und brachte die Stimmung in Doha auf den Punkt.
Der Sieg ging am Dienstag an die klar favorisierte Riege der USA um die viermalige Olympiasiegerin Simone Biles (171,629 Punkte) mit dem Riesenvorsprung von rund neun Punkten auf Russland und China. Die ersten drei Teams buchten damit direkt die Olympia-Tickets nach Tokio. Die nächstplatzierten 21 Mannschaften kämpfen um die letzten neun Tickets nun bei der WM 2019 in Stuttgart.
Die Deutschen begannen am Boden auf Platz sechs, erkämpften dabei vier Zehntel mehr als im Vorkampf. Zwar brachte Sarah Voss ihren Jurtschenko-Sprung mit Doppelschraube nicht sicher in den Stand, da aber auch die Konkurrenz patzte, belegten die Deutschen bei Halbzeit sogar den fünften Rang..
An ihrem stärksten Gerät, dem Stufenbarren, turnte die Riege erneut stabil, so dass am Ende die Fehler von Grießer und Sophie Scheder am Schwebebalken eine bessere Platzierung verhinderten. „Ich bin gar nicht traurig, denn es war mein erster Auftritt nach langer Leidenszeit. Klar, es waren Fehlerchen dabei, aber am Ende können wir stolz sein“, sagte die Olympia-Dritte Scheder, deren WM-Start nach schwerer Knieoperation und anschließender Fingerverletzung lange fraglich war.
In der Qualifikation hatten sich die Deutschen auf Platz acht mit 0,107 Punkten Vorsprung vor den höher eingeschätzten Britinnen durchgesetzt. „Wir haben eindeutig bewiesen, dass wir mit den Top-Teams mithalten können. Ein tolles Gefühl“, sagte Elisabeth Seitz, für die noch Finals im Mehrkampf und Stufenbarren anstehen.
Cheftrainerin Ulla Kochstellte klar, dass es kein „Balkenproblem“ gebe, ebenso, dass das EM-Debakel von Glasgow mit sechs Abstürzen am Balken endgültig der Vergangenheit angehöre. „Wenn jetzt alle oben geblieben wären, wäre der Druck auf uns noch größer geworden. Die direkte Olympia-Qualifikation war Utopie“, sagte sie in Richtung dee gestiegenen Erwartungen. dpa