München – Hans-Jürgen Gröschel, sein Galopper Iquitos und die Riemer Rennbahn sind eine Geschichte für sich – und beim Großen Preis von Bayern an Allerheiligen könnte die Serie von großen Triumphen und schmerzhaften Niederlagen ihre Fortsetzung finden.
Juli 2017: Der Hengst gewinnt den Großen Dallmayr-Preis, das andere Münchner Gruppe I-Rennen, und nimmt Kurs auf den Prix de l’Arc de Triomphe, das bedeutendste Galopprennen der Welt (wo er Siebter wird). Gröschel, der Grandseigneur unter den deutschen Trainern feiert mit viel Unterstatement; nie habe er an einen Sieg geglaubt, behauptet er.
November 2017: Der Hengst wird beim Großen Preis von Bayern nur um eine Halslänge geschlagen Zweiter.
Juli 2018: Nach dem vierten Platz des sechs Jahre alten Pferdes im Großen Dallmayr-Preis ist Gröschel schwer enttäuscht. Jockey Eddy Hardouin habe den richtigen Zeitpunkt für den Angriff mit dem Speedpferd und damit die Chance auf den Sieg verpasst. „Aber ich bin halt nur ein alter Mann“, klagt der Kölner Trainer, was heißen sollte, dass niemand auf seine Anweisungen höre.
An diesem Donnerstag also wollen es Gröschel und Iquitos wieder in München wissen – und erneut mit Hardouiun im Sattel. Die Zeichen stehen gut: Im Preis der deutschen Einheit belegte der Hengst zuletzt Platz zwei.
Allerdings trifft das deutsche Paradepferd auf schwere Konkurrenz. Immerhin vier der sieben Starter kommen aus dem Ausland. Warum die Quote so hoch ist? Eine klare Antwort findet Horst Lappe, Generalsekretär des Münchener Rennvereins (MRV), nicht. „Als letztes Gruppe I-Rennen der Saison in Deutschland ist das natürlich auch für die ausländischen Trainer interessant“, vermutet er.
Racing History von Trainer Saed bin Suroor, Defoe aus dem Stall von Roger Varian und der von Mark Johnston trainierte Dee Ex Bee kommen aus Großbritannien an die Isar, Tiberian (Alain Couetil) aus Frankreich. Als härtester deutscher Gegner von Iquitos könnte sich Windstoß, der Derby-Sieger 2017, erweisen.
Neben den „internationalen Globetrottern“ (so Lappe) steht am Donnerstag ein gut dotiertes Auktionsrennen für Zweijährige auf dem Programm. Alle wichtigen deutschen Trainer testen dort ihren aussichtsreichen Nachwuchs. Iquitos hat seinen Auftritt dann noch vor sich. Drama oder Triumph? CHRISTIAN WANNINGER
Galopp in Riem
(Do. 11.05): I. Beam Me Up – Nayala – Ismene. II. Princess Zoe – Nightdance Scala – I’m A Dreamer. III. Simon de Vlieger – Mister Onyx – Direct Drive. IV. Ladykiller – Richelieu – Quian. V. Orbit Rex – Prime Asset – Karma Aura. VI. So Brave – La Celerina – Lissabon. VII. Defoe – Iquitos – Tiberian. VIII. Manito – Lady Magic – Ferragosta.