Unterhaching – Der Blick auf die nackten Zahlen hätte Stefan Chrtianskys Miene eigentlich aufhellen können: Nach drei Spielen steht die optimale Ausbeute von neun Punkte auf der Habenseite der von ihm trainierten Hypo Tirol Alpenvolleys Haching. Nur der VfB Friedrichshafen liegt in der Volleyball-Bundesliga derzeit vor dem Gemeinschaftsprojekt aus Unterhaching und Innsbruck, doch hat der Rekordmeister vom Bodensee schon ein Spiel mehr absolviert und beim knappen 3:2-Sieg in Gießen einen Zähler liegen lassen. Die Alpenvolleys hingegen hielten sich zur gleichen Zeit beim 3:1 (25:16, 25:22, 21:25, 25:19) in Rottenburg schadlos. Ein strahlendes Lächeln suchte man in Chrtianskys Gesicht aber vergeblich. „Auch wenn wir klar gewonnen haben: Mit der Leistung der Mannschaft bin ich heute nicht zufrieden“, sagte der 56-Jährige.
Schon nach dem vorangegangenen 3:1-Heimsieg gegen Lüneburg hatte Chrtiansky angekündigt: „Wir müssen mit der Mannschaft reden, dass sie diese Höhen und Tiefen abstellt.“ Da hatten die Alpenvolleys im vierten Durchgang nach einem 7:0-Vorsprung noch zittern müssen. Trotzdem hatte sich Chrtiansky gegen die als Halbfinal-Aspirant gehandelten Norddeutschen mit der Vorstellung seines Teams grundsätzlich noch sehr einverstanden gezeigt.
Rottenburg hingegen gilt als Abstiegskandidat. Und da hätte sich der Coach mehr konsequente Spielphasen gewünscht wie im ersten und vierten Satz oder am Ende des zweiten, als seine Mannschaft einen 20:21-Rückstand in ein 25:22 verwandelte. Vor allem der Anfang dieses zweiten Durchgangs und der dritte Satz gaben Chrtiansky stark zu denken. „Ich habe lange nicht mehr so viele Eigenfehler im Angriff gesehen, dazu war die Annahme häufig unkonzentriert. Es gab einige unruhige Phasen, in denen das Team Selbstvertrauen verloren hat“, kritisierte er – auch mit Blick auf die kommende Hürde im DVV-Pokal-Achtelfinale.
Die Alpenvolleys müssen am Sonntag (18 Uhr) bei den SWD Powervolleys Düren, ein möglicher Konkurrent um Platz drei in der Bundesliga, antreten. Schwächephasen werden dort kaum verziehen. Denn auch die Westdeutschen sind stark in die Liga gestartet: Zwei Spiele, zwei Siege, darunter ein 3:2 beim Meister Berlin. UMBERTO SAVIGNANO