Zweimal 87,598 Punkte

von Redaktion

Dalalojan bei WM als Sieger punktgleich mit Xiao

Doha – Das gab es zuvor noch nie in der Kunstturn-Geschichte: Nach 115 Jahren ist bei Weltmeisterschaften erstmals ein Mehrkampf-Titel bei Punktgleichheit mit dem zweitplatzierten Athleten vergeben worden. Der neue Champion Artur Dalalojan aus Russland kam in Doha nach sechs Durchgängen ebenso auf 87,598 Punkte wie der chinesische Vorjahressieger Xiao Ruoteng.

Entscheidend für das Ranking war, dass Dalalojan für seine fünf besten Übungen mehr Zähler erhielt als Xiao. Bronze ging an Dalalojans Landsmann Nikita Nagorni. Olympiasieger Kohei Uchimura aus Japan hatte sich verletzungsbedingt nicht für die Medaillenentscheidung qualifizieren können.

Überhaupt keine Rolle spielten bei diesem historischen Finale Marcel Nguyen und Lukas Dauser. Die beiden Unterhachinger hatten einen gebrauchten Nachmittag erwischt und kamen unter 24 Finalisten auf die Plätze 20 und 24. Dilalojans Mehrkampf-Triumph war der erste für einen russischen Athleten seit 1999.

„Es war nicht mein Ziel, hier vorne mitzuturnen, es gibt so viele junge Leute, die stärkere Programme haben. Aber für die Mannschaft ist es wichtig, dass noch jemand mit Erfahrung dabei ist“, sagte Nguyen, Dauser ergänzte: „Ich nehme positiv mit: Es war mein erstes großes Mehrkampffinale.“

Vom ersten Durchgang an waren die Übungen der beiden deutschen Vereinskollegen von Fehlern durchsetzt und häufig unsauber ausgeturnt. Folgerichtig lag das Duo ständig im letzten Drittel des Rankings, eine Top-Ten-Platzierung blieb absolut illusorisch.

Beide hatten allerdings auch während der Vorbereitungen auf diese WM mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Dem ehemaligen Barren-Europameister Nguyen bereitete eine angebrochene Rippe Probleme. Dauser war anzumerken, dass nach mehr als einjähriger Verletzungspause (Kreuzbandriss) die Stabilität an den sechs Geräten noch nicht vollständig wieder hergestellt war.

Während für Nguyen die WM beendet ist, hat Dauser noch einen weiteren Auftritt vor sich. Der letztjährige Vize-Europameister am Barren steht an seinem Lieblingsgerät am Samstag im Finale.

Die Generalprobe dafür allerdings ging gründlich daneben. Der 25-Jährige kam nach mehreren Unsauberkeiten lediglich auf 12,433 Zähler, in dieser Verfassung wäre er in der Medaillenentscheidung am Barren komplett chancenlos. dpa

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