„Nahezu unüberwindbar“

von Redaktion

EHC-Torwart Danny Aus den Birken in einer Hochformphase – Wichtig für ihn: Trainer Dallaire

VON GÜNTER KLEIN

München – Danny Aus den Birken hat am Donnerstagabend einen kleinen Gesetzesverstoß begangen: Er hat getanzt.

Am Donnerstag war Allerheiligen, und für die Zeit von 2 bis 24 Uhr herrscht an diesem Feiertag in Bayern laut Wikipedia „Tanzverbot“. Trotzdem machte Aus den Birken ein paar Schritte und schlenkerte rhythmisch mit den Armen, als er von der Fankurve dazu aufgefordert wurde: „Danny, tanzen, Danny, tanzen!“ Manchmal, wenn ein Torwart besonders gut gehalten hat und der Mann des Tages gewesen ist, wird diese Einlage gefordert.

Einige „key saves“, Paraden, die der Schlüssel zum Münchner 3:1-Erfolg über seine Eisbären waren, sah Berlins Trainer Clement Jodoin. EHC-Coach Don Jackson meinte einfach nur: „Danny is great.“

Auch wenn eine Serie zu Ende ging. Zwischen einem Schwenninger Tor am 18. Oktober (37. Minute) und dem Berliner Treffer am 1. November (50. Minute) blieb Aus den Birken in 193 Minuten gegentorlos. Er hielt sich schadlos in Wolfsburg (4:0) und Augsburg (2:0). Das 6:2 gegen Iserlohn am vergangenen Sonntag hatte sein Vertreter Kevin Reich bestritten. Shut-out-Rekordhalter in der DEL ist der Wolfsburger Felix Brückmann mit 301 Minuten (Vier Zu-null-Spiele am Stück).

Dass sein persönlicher „Streak“ endete, darüber ging Aus den Birken locker hinweg: „Gewinnen, darum geht’s“, sagt er. 2018 ist sein Jahr, er war in sechs der sieben Olympia-Partien die deutsche Nummer eins, er ist einer der Silber-Helden von Pyeongchang. „Ich habe daraus viel Erfahrung mitgenommen. Und Selbstvertrauen.“ Bis dahin hatte Aus den Birken nicht als der deutsche Nummer-eins-Torhüter gegolten (und immer noch haben die in der NHL aktiven Philipp Grubauer und Thomas Greiss eine höhere sportliche Reputation). Danny Aus den Birken ist über die DEL halt nicht hinausgekommen.

Aber er hat seiner Karriere seit dem Wechsel von Köln nach München 2015 einen Schub verpasst. Frank Mauer kennt ihn seit gemeinsamen Zeiten in Heilbronn in der 2. Liga. „Damals schon war er ein guter Torwart. Jetzt ist er noch einmal besser geworden, im Moment erscheint er mir nahezu unüberwindbar“, so Mauer. Er führt die Steigerung auf das Training von Patrick Dallaire zurück. Der ist Torwarttrainer des EHC München und auch bei der Nationalmannschaft. Mauer meint: „Da hat sich ein Pärchen gefunden.“

Vielleicht tut es Danny Aus den Birken auch noch ganz gut, dass er als klare Nummer eins ausgewiesen ist beim EHC. In den vergangenen drei Jahren musste er sich in ein Wechselspiel mit dem Amerikaner David Leggio fügen, bei der ersten der drei EHC-Meisterschaften kam er in den Playoffs nicht mehr dran. Leggio bekam in München keinen Vertrag mehr, Kevin Reich soll als zweiter Mann gefördert werden. Don Jackson lässt die Torhüter rotieren – Aus den Birken kommt aber klar öfter dran (12:4 Einsätze). Jackson sagt: „Er ist ein Leader unseres Teams geworden.“

Das sich nach sechs Siegen in Folge am Sonntag (16.30 Uhr) in Ingolstadt beweisen muss. Das erste Spiel in München hatte der ERC 4:2 gewonnen. Aus den Birken hatte damals aber Pause.

Artikel 8 von 11