Doha – Elisabeth Seitz strahlte über Bronze, Cheftrainerin Ulla Koch pfiff sich vor Begeisterung die Finger wund. Neun Jahre nach ihrem WM-Debüt hat die deutsche Mehrkampf-Meisterin ihre ersehnte erste Medaille bei Kunstturn-Weltmeisterschaften gewonnen.
Mit einer nahezu perfekten Übung am Stufenbarren bestätigte die Pädagogikstudentin ihre starke Leistung aus der Qualifikation und musste sich im Aspire Dome in Doha/Katar nur der neuen Titelträgerin Nina Derwael aus Belgien sowie der Mehrkampf-Olympiasiegerin Simone Biles aus den USA geschlagen geben. Mit einer ausgewogenen Mischung aus Schwierigkeit und Eleganz überzeugte die Stuttgarterin die Kampfrichterinnen, am Ende standen erstklassige 14,600 Punkte zu Buche. „Jetzt bin ich einfach nur glücklich, dass mein Traum wahr geworden ist“, sagte Seitz mit Tränen in den Augen.
Noch bei Olympia 2016 in Rio war die 24-Jährige als Vierte, knapp hinter ihrer Teamkollegin Sophie Scheder, an der Bronzemedaille vorbeigeschrammt. Die Chemnitzerin verpasste bei der WM den Sprung in die Medaillenentscheidung.
Feiern durfte auch Simone Biles. Vor ihrer Silbermedaille am Doppelreck hatte die 21-Jährige beim Sprung ihren 13. WM-Titel geholt. Die Texanerin übertrumpfte damit im „ewigen“ Ranking den Weißrussen Witali Scherbo, der zwischen 1991 und 1996 zwölfmal Weltmeister geworden war. sid