Hamburg/München – Verloren – und trotzdem in Hochstimmung: Die Judoka des TSV Großhadern feierten am Samstagabend auf der Hamburger Reeperbahn. Die Bundesliga-Herren waren zuvor in der Hansestadt beim Final Four um die Deutsche Meisterschaft im Halbfinale dem Hamburger Judo-Team (JT) mit 3:11 unterlegen. Für Großhaderns Teamkapitän Tobias gab es dennoch keinen Grund, Trübsal zu blasen. „Die Jungs können heute feiern und Gas geben“, sagte der Olympia-Teilnehmer von 2012 und 2016.
Der elfmalige deutsche Meister aus Hadern hatte auch in der Hamburger Sporthalle Wandsbek beim Final Four der besten vier deutschen Mannschaften mächtig Gas gegeben. Am Ende reichte es für den ersatzgeschwächt angetretenen Vizemeister der Bundesliga-Südstaffel dennoch nicht für einen Überraschungscoup gegen den Gastgeber und und Titelverteidiger.
Die Münchner hielten gegen die starken Hamburger mit mehreren Welt- und Europameisterschafts-Medaillengewinnern in ihren Reihen zunächst gut mit. Nachdem Haderns Manuel Mühlegger (in der Gewichtsklasse bis 66 kg) und TSV-Eigengewächs Lukas Vennekold (bis 73 kg) zwei Niederlagen kassiert hatten, gewannen in Folge Marcus Nyman (bis 90 kg) und Maximilian Heyder (bis 60 kg) ihre beiden Kämpfe für die Münchner. Nachdem auch Adrian Gandia (bis 81 kg) und Daniel Messelberger (über 100 kg) unterlegen waren, sorgte Karl-Richard Frey (bis 100 kg) für einen weiteren Punkt. Der Zwischenstand lautete 3:4, die Partie war noch offen. Doch in der zweiten Runde ließ der Hamburger Titelverteidiger dann seine Muskeln spielen. Zwar schafften es Haderns Vennekold, Heyder und Nyman in ihren Kämpfen bis in die Verlängerung („Golden Score“), doch ebenso wie ihre vier Teamkollegen zogen auch sie den Kürzeren.
Die letztlich deutliche Pleite gegen die Hanseaten, die im folgenden Finale den TSV Abensberg ebenfalls mit 11:3 besiegten und sich damit den dritten deutschen Meistertitel in Serie sicherten, tat der Feierstimmung der Haderner am Kiez jedenfalls keinen Abbruch. „Mich muss keiner trösten, weil die Leistung gestimmt hat“, sagte Englmaier. rmf