Stuttgart – Christian Gentner verzichtete nach der neuerlichen sportlichen Bankrotterklärung des Tabellenletzten auf Ausreden. „Das haben wir uns selbst zuzuschreiben“, sagte der Kapitän des VfB Stuttgart nach dem 0:3 gegen Eintracht Frankfurt. „Und da müssen wir uns auch selbst herausziehen.“ Doch wie? Nach der dritten Pleite im dritten Spiel unter dem zunehmend ratlosen Trainer Markus Weinzierl macht nichts Hoffnung auf die Wende.
„Die Situation ist wirklich schwierig, die ist heftig“, sagte der sichtlich angeschlagene Sportvorstand Michael Reschke, der Auftritt gegen starke Frankfurter sei „über weite Strecken nicht bundesligareif“ gewesen: „Die Niederlage hat wehgetan.“ Weinzierls Analyse war ebenso schonungslos. „Ich habe einen schönen Angriff gesehen, wo Gomez das Tor machen muss, aber in der Summe bleibt da nichts Positives hängen“, sagte er.
Ex-Nationalspieler Mario Gomez hatte in der neunten Minute das 1:0 auf dem Kopf, verfehlte das Tor aber freistehend. Danach war der VfB Spielball des Frankfurter Dreizacks mit den Torschützen Sebastien Haller (11.) und Ante Rebic (32.) sowie Luka Jovic. Als der eingewechselte Nicolai Müller (89.) den Schlusspunkt setzte, hatten sich selbst die treuesten VfB-Fans in der Cannstatter Kurve bereits verärgert abgewendet. Dem Schlusspfiff folgte ein minutenlanges Pfeifkonzert.
„Das steht denen zu“, sagte Reschke. Und doch: Die Wut der Fans, die null Punkte bei 0:11 Toren unter Weinzierl, dazu interne Querelen mit der Kritik von Aufsichtsrat Guido Buchwald am Sportchef – „das ist eine Phase, die Bauchschmerzen verursacht, die mich auch, das muss ich offen zugeben, extrem belastet“, sagte Reschke. Die Leiden der Stuttgarter – vorerst kein Ende in Sicht. sid