Gianni Infantino muss sich immer kritischeren Fragen stellen – und geht zum Gegenangriff über. Die Verteidigung der FIFA nach Vorwürfen gegen den Präsidenten heizt aber die Zweifel an der Unabhängigkeit ihrer Ethikkommission und der Schlagkraft des europäischen Financial Fairplays an. Mit scharfer Kritik gegen Medien und Ex-Funktionäre reagierte der Weltverband auf Berichte über eine mögliche Einmischung von Infantino in die Arbeit autonomer Aufsichtsgremien. „Es ist keine Überraschung, dass einige derer, die entfernt oder ersetzt wurden oder unzufrieden sind, weiterhin falsche Gerüchte und Anspielungen über die neue Führung verbreiten“, teilte die FIFA mit. Infantino soll einem „Spiegel“-Bericht zufolge als UEFA-Generalsekretär 2014 während der Ermittlungen gegen Paris Saint-Germain und Manchester City wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay bislang unbekannte Absprachen mit den Clubs getroffen haben. Am Ende standen vergleichsweise milde Urteile gegen die aus Katar und Abu Dhabi alimentierten Vereine. Den Berichten zufolge soll FIFA-Chef Infantino zudem Vorschläge für die überarbeiteten Richtlinien der unabhängigen Ethikkommission gemacht haben.