Turn-WM: Dauser patzt, Biles holt 14. Titel

von Redaktion

Doha – Elisabeth Seitz bestieg an ihrem 25. Geburtstag mit Glücksgefühlen im Bauch den Flieger in die Heimat, Lukas Dauser ärgerte sich am Sonntag noch immer über seinen Fehler im Barren-Finale. Die deutsche Rekordmeisterin genoss ihre erste WM-Medaille, auch ihre Teamgefährten wussten die Sternstunde zu würdigen – und überraschten sie noch am Abend im Mannschaftshotel mit einer Riesen-Torte.

„Das fand ich super. Ich habe mich riesig gefreut“, sagte die stabilste deutsche Turnerin der vergangenen Jahre, die von einer WM nun endlich „dieses kleine Ding um den Hals“ mitbringt. Die Medaille verschafft Seitz Rückenwind für die noch wichtigere Heim-WM 2019 in Stuttgart. Dort geht es um die Olympia-Tickets. Doch Cheftrainerin Ulla Koch, die „so happy“ über die Leistungen ihrer Riege war, die das WM-Finale von Doha erreichte und dort Achte wurde, mahnte: „An Sprung und Boden müssen wir zulegen.“

Noch mehr gilt das für die deutschen Turner, deren WM-Leistung nach dem Verpassen des Team-Finales als Zehnter durch Lukas Dauser im Barren-Finale nicht getoppt werden konnte. „Ich werde zwei Tage brauchen, um das zu verarbeiten. Aber unter dem Strich steht, dass ich zu den besten acht Turnern der Welt am Barren gehöre“, sagte der Unterhachinger nach seinem Fehler. Beim Sieg des Chinesen Zou Jinyuan war er nicht über Platz acht hinausgekommen.

Dauser will nun mit Blick auf die Stuttgarter WM aus seinen Fehlern lernen. „Das wird ein Riesenkampf bei den Männern. 15 Riegen streiten dort um die letzten neun Olympia-Plätze“, sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl. „Die Defizite sind erkannt. Es war klar, dass wir nach der Ära Hambüchen auch Schwächen zeigen werden“, sagte Sportdirektor Wolfgang Willam. „Die Trauben hängen hoch.“

Überragende Turnerin der Weltmeisterschaft in Doha war beim Comeback zwei Jahre nach ihren vier Olympiasiegen von Rio die US-Amerikanerin Simone Biles. Am Schlusstag erhöhte sie am Boden (14,933 Punkte) ihr Titelkonto auf 14 und bekräftigte ihren Ruf als erfolgreichste Athletin der Turn-Geschichte. Die 21 Jahre alte Texanerin gewann mit der US-Riege und hatte durch Erfolge im Mehrkampf und am Sprung den Weißrussen Witali Scherbo überflügelt, der zwischen 1991 und 1996 zwölf WM-Titel erkämpft hatte.  dpa

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