Leverkusen – Der Mann des Tages marschierte mit nacktem Oberkörper und stolz geschwellter Brust in die Kabine. „In Lyon haben wir am Mittwoch wieder ein wichtiges Spiel, in dem wir einiges vorhaben. Wenn wir so auftreten wie heute, können wir auch dort gewinnen“, sagte Hoffenheims Brasilianer Joelinton nach seinem ersten Bundesliga-Doppelpack beim 4:1 bei Bayer Leverkusen – und verdeutliche den Optimismus, den Einzug in die K.o.-Runde der Champions League zu schaffen.
Mit seinem späten Treffer zum 3:3 gegen die Franzosen hatte er im Hinspiel den Traum der Hoffenheimer auf das Achtelfinale erhalten, ein Sieg im Rückspiel am Mittwoch ist aber Pflicht, um im Europacup zu überwintern.
Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann will Lyon überraschen – und deutete in Leverkusen an, wie das geht. Er änderte seine Startaufstellung, testete in beiden Hälften jeweils ein anderes System. „Ich glaube, die Scouts von Lyon konnten sich heute kein genaues Bild von uns machen, weder vom Personal noch von der Taktik“, äußerte der Coach und musste dabei sogar kurz schmunzeln.
„Mittwoch in Lyon müssen wir genau die gleiche Leidenschaft auf dem Platz bringen wie heute“, forderte Torwart Oliver Baumann, der ebenso wie sein Trainer einräumte, dass das Ergebnis angesichts des Spielverlaufs zu hoch ausgefallen sei. Neben Joelinton (34./73.) hatten Reiss Nelson (19.) mit einem Traumtor und Vincenzo Grifo mit seinem ersten Treffer für Hoffenheim (49., Foulelfmeter) Leverkusen nach dessen zwei Kantersiegen in Bremen (6:2) und Mönchengladbach (5:0) wieder auf den Boden der Tatsachen geholt.
„Wir haben heute das beste Heimspiel der Saison gemacht und verlieren 1:4. Das kann man nicht erklären“, sagte ein enttäuschter Bayer-Kapitän Lars Bender, Sport-Geschäftsführer Rudi Völler sagte: „Die Jungens haben ein richtig gutes Spiel gemacht, deshalb wirft uns diese Niederlage nicht um.“ sid