Belgrad/Hamburg – Sein markantes Lachen war Jürgen Klopp vergangen. Der Teammanager des FC Liverpool wirkte nachdenklich, bevor er mit ernsthaften Sorgen im Gepäck in den Flieger kletterte. „Wir haben einen langen Heimflug und genug Zeit, um über diese Dinge nachzudenken“, sagte Klopp.
Das unerwartete 0:2 in der Champions League bei Roter Stern Belgrad trifft die Reds mit voller Wucht, der Einzug in die K.o.-Runde hängt plötzlich am seidenen Faden. Was alles schiefgelaufen sei, wurde Klopp gefragt. „Ich habe nur zehn Finger“, entgegnete der 51-Jährige. Seine „Jungs“ seien „sehr enttäuscht, ich bin sehr enttäuscht“.
Zwar führt Liverpool die Tabelle der Gruppe C vor dem punktgleichen SSC Neapel (6 Zähler) und Paris St. Germain (5) weiter an. Doch in den verbleibenden zwei Spielen – zunächst in Paris, dann gegen Neapel – muss Liverpool liefern.
„Wir werden mit 100 Prozent in die beiden Spiele gehen, aber ich habe in diesem Moment keine Message“, sagte Klopp und gestand: „Wir sind beeindruckt. Das ist nicht das, was wir wollten.“
Noch ein bisschen kniffeliger als für Klopp ist die Situation für Thomas Tuchel und sein Starensemble von Paris St. Germain. Nach dem 1:1 in Neapel benötigt das sündhaft teure Team um Weltmeister Kylian Mbappé und Neymar gegen Liverpool zwingend einen Heimsieg, ansonsten hat es das Weiterkommen nicht mehr in der eigenen Hand.
„Die Gruppe ist sehr, sehr eng, und es ist wirklich schwierig“, sagte Tuchel. „Wir haben noch zwei Spiele und können beide gewinnen. Es wird sehr hart und schwer, aber es ist möglich.“
Und weil Neapel mit Trainer Carlo Ancelotti sich gerade in guter Form zeigt, könnte es am Ende tatsächlich einen der beiden deutschen Top-Trainer erwischen. sid