Momentaufnahme: Alpenvolleys grüßen von der Spitze

von Redaktion

Das Projekt Unterhaching/Innsbruck profitiert von einem machbaren Spielplan – Starker Hugo de Leon

VON UMBERTO SAVIGNANO

Unterhaching – Gut, die Konstellation konnte man erwarten. Schließlich fanden an diesem Mittwochabend nur zwei Begegnungen in der Volleyball-Bundesliga statt, der bisherige Primus VfB Friedrichshafen pausierte, und die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching gingen als klarer Favorit in ihr Heimspiel gegen den TV Bühl. Trotzdem war Stefan Chrtiansky die Freude nach dem 3:0 (26:24, 25:18, 25:22)-Sieg deutlich anzumerken: „Wir sind Tabellenführer!“, strahlte der Trainer der Spielgemeinschaft aus Unterhaching und Innsbruck, als der Pole Pawel Halaba mit dem dritten Matchball nach 79 Minuten den Sack zugemacht hatte.

Der erstmalige Sprung an die Spitze war für das in der vergangenen Saison per Wildcard in die Bundesliga eingestiegene grenzübergreifende Projekt wenigstens ein kleiner Trost für das Pokal-Aus, einige Tage zuvor in Düren. Die Alpenvolleys verdanken Platz eins ja nicht etwa einem schrägen Tabellenbild. Auch die Favoriten haben, wie die Chrtiansky-Truppe, vier Spiele absolviert. Doch Titelverteidiger Berlin, der gleichzeitig das Hauptstadt-Derby gegen die deutsche Nachwuchs-Elite vom VC Olympia 3:0 gewann, verlor schon einmal, 2:3 zuhause gegen Düren; Rekordmeister Friedrichshafen konnte einmal, beim 3:2-Sieg in Giesen, nicht voll punkten. Allein die alpinen Grenzgänger gaben sich bislang keine Blöße und holten maximal mögliche zwölf Zähler.

Allerdings hat es der Spielplan bislang auch gut mit ihnen gemeint. Nur Lüneburg war ein Gegner auf vermeintlicher Augenhöhe, der Rest: schnöde Pflichtsiege. Und Bühl hielt sogar ordentlich dagegen. Im ersten Durchgang lagen die Alpenvolleys 8:13 zurück, schafften zwar die Wende, verwandelten dann aber erst den fünften Satzball. Auch danach lief längst nicht alles rund. Vor allem die wieder in Arbeitsteilung beschäftigten Hauptangreifer Thomas Hodges mit zwei und Krill Klets mit sechs Punkten kommen einfach nicht auf Touren.

Gegenüber der Niederlage in Düren zeigten sich Hausherren aber immerhin im Service verbessert, allen voran Hugo de Leon: Sechs Asse verbuchte der Brasilianer, der zum MVP gekürt wurde. Chrtiansky ist bei allem Entzücken über das Tabellenbild keineswegs blind für die Mängel im Spiel seiner Truppe: „Es ist toll, an erster Stelle zu stehen. Aber, weil das nur eine Momentaufnahme ist, müssen wir weiter an uns arbeiten und versuchen, unsere Schwächen abzustellen.“ Dazu haben die Alpenvolleys nun im Training reichlich Gelegenheit: Am 17. November gastieren sie beim Aufsteiger Giesen, ehe dann die wirklich schweren Brocken warten.

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