Zwei Spiele hat „Die Mannschaft“ (ja, sie heißt weiter so) in diesem Jahr noch zu bestreiten, und der DFB tut sich schwer, die auserwählten Stadien (Leipzig, Gelsenkirchen) voll zu bekommen. Für Studenten gibt es 10-Euro-Lockangebote.
Für Joachim Löws Team entscheidet sich am Freitag kommender Woche, ob es am Montag übernächster Woche noch um was geht. In Rotterdam spielt in der Nations League die Niederlande gegen Frankreich, und wenn die Holländer nicht gewinnen, kann Deutschland durch einen Sieg am Montag auf Schalke im direkten Duell noch an ihnen vorbeiziehen und den Abstieg aus der A-Gruppe verhindern. Zuvor, am Donnerstag, trifft das DFB-Team auf Russland – letzter Test für ein Spiel, das vielleicht nicht mehr Ernstfall-Charakter haben wird.
Personell bietet der Bundestrainer nichts Neues, er arbeitet mit den Spielern, die zuletzt dabei waren. Die leichten Abweichungen: Toni Kroos kommt erst zum zweiten Spiel gegen die Niederlande, Marc-Andre ter Stegen, der Torwart des FC Barcelona, fehlt, um durch einige belastungsfreie Tage länger bestehende Schulterbeschwerden auszukurieren, und auf Jerome Boateng verzichtet Löw „nach Rücksprache“ in einem „guten, vertrauensvollen Gespräch“. Beim 0:3 in Amsterdam hatte der Münchner Tempodefizite offenbart, war dann offiziell angeschlagen abgereist und hatte beim 1:2 in Paris gefehlt (trainierte aber beim FC Bayern voll mit). Könnte sein, dass das Ende von Boatengs Nationalspieler-Zeit schon eingeläutet ist – zumal Löw auf dieser Position ein großes Angebot hat. Vielleicht wird Jerome Boateng künftig mehr Zeit haben für sein Lifestyle-Magazin „Boa“, das erstmals auf den Markt gekommen ist.
Nominiert wurde Thomas Müller. „Er ist schon lange dabei, er kann auch mit schwierigen Situationen gut umgehen. Er ist ein Energiegeber und identifiziert sich unheimlich mit der Nationalmannschaft, für die er viel tut. Aber natürlich muss auch er sich dem Konkurrenzkampf stellen, das weiß er.“ GÜNTER KLEIN