Köln/Dresden – Markus Schubert war am Ende eines langen, langen Nachmittags einfach alles zu viel. Hemmungslos gab sich der Torwart von Dynamo Dresden den Tränen hin, dass es selbst dem Gegner in der Seele weh tat. Das 1:8 (0:2) beim Zweitliga-Spitzenteam 1. FC Köln war nicht nur für den erst 20 Jahre alten Schlussmann mehr als eine Lehrstunde, wie sie mal vorkommen kann. Alle Dresdner waren nach dem Desaster wie vom Blitz getroffen. „Wenn ich einige Spieler heulen sehe wie die Schlosshunde, weiß ich, dass ich Jungs trainiere, die mit ganz viel Herz und Leidenschaft dabei sind. Leider haben wir das heute nicht auf den Platz gebracht“, sagte Dynamo-Trainer Maik Walpurgis.
„Gar nicht so viel zu analysieren“ habe der Coach nach dem denkwürdigen Auftritt. Bei acht Gegentreffern werden die Defizite ohnehin ersichtlich. Für Walpurgis geht es in erster Linie um Traumabewältigung. „Die Mannschaft ist natürlich tieftraurig und verärgert, wütend über sich selbst“, so der 45-Jährige.
Hier gilt es anzusetzen. Junge Akteure wie Schubert, dem selbst die Kölner Torschützen Simon Terodde (42./46./61.) und John Cordoba (3./51.) nach Abpfiff gut zuredeten, müssen wieder aufgerichtet werden. Das merkten auch die rund 5000 mitgereisten Dresdner Fans, die ihre Mannschaft trotz der Pleite frenetisch feierten. „Unfassbar, wie wir in der Kurve empfangen wurden. Unsere Fans feiern uns, als hätten wir 8:1 gewonnen“, sagte Dynamos Kapitän Marco Hartmann. Auch Dresdens Fußball-Ikone Ulf Kirsten meldete sich per Twitter zu Wort. „8:1 ohne Worte, aber dieser Support sagt mehr als tausend Worte“, befand der 52-Jährige.
Nach Walpurgis’ Amtsantritt Mitte September lief es eigentlich gut. 15 Punkte aus zehn Spielen und Tabellenplatz neun sind eigentlich in Ordnung. sid