Instagram, Twitter und Co.

Die neuen Waffen der Spielerfrauen

von Redaktion

GÜNTER KLEIN

In der Sky-Talkshow von Jörg Wontorra kam es neulich zu einer Schreierei. Thomas Doll (gescheiterter Trainer, Ekelpaket) geiferte, dass man als Ehemann einer Fußballerfrau wie Lisa Müller nach ihrem Instagram-Angriff auf Bayern-Trainer Kovac zuhause die Meinung geigen und ihr künftig den Mund verbieten müsse. Der aufrechte „Spiegel“-Reporter Rafael Buschmann meinte, dass es hochgradig sexistisch sei, wenn man einer Frau unterstelle, dass sie nicht eigenständig zu einer Meinung gelangen könne.

Hinter uns liegt in der Tat eine Woche, in der viel und in einem neuen Kontext über Spielerfrauen diskutiert wurde. Er begann mit Lisa Müllers schnell berühmt gewordenem Kovac-Geistesblitz-Beitrag auf Instagram wegen der späten Einwechslung von Thomas Müller, es ging weiter mit einem Interview mit Cathy Hummels, aus dem man eine Kritik an Frau Müller herauslesen konnte. Schließlich meldete sich auch noch Wahiba Ribery mit einer geharnischten Kritik an Schiedsrichter Manuel Gräfe, weil der offensichtlich mehrere an Franck verschuldete Elfmeter hätte geben müssen („Verdammt, Schiri, mach deine Augen auf. Echt widerlich. Diese Inkompetenz im Fußball widert mich an“).

Die Waffen einer Spielerfrau sind die Sozialen Medien: Instagram, Snapchat, Twitter, Facebook und was es da alles gibt. Doch man kann sich mit diesem Arsenal auch selbst ins Bein schießen. Wo früher der auf der Tribüne und nur für die Sitznachbarn vernehmbar hinausgerufene Fluch schnell verklang, bleibt der Post (auch wenn wie bei Lisa Müller schnell wieder gelöscht, dann von irgendjemandem per Screenshot festgehalten) für immer bestehen.

Schlimm? Müssen wir uns drüber aufregen? Keineswegs! Froh sollten wir sein, dass Spielerfrauen sich nicht nur als dekoratives Beiwerk im VIP-Block verstehen, sondern als Meinungsmacher (auch außerhalb des Lifestylebereichs). Eigentlich waren einige es früher schon: Gaby Schuster, Bianca Illgner, Martina Effenberg – stellen wir uns nachträglich vor, sie hätten die Kommunikationsplattformen von heute gehabt. Herrlich wär’s gewesen. Oder was hätte Trainerfrau Beate Rehhagel für ihren Gatten Verbalgefechte auf Twitter ausgefochten!

Wir freuen uns auch über Wahiba Riberys Gräfe-Bashing (obwohl es inhaltlich Quatsch) ist. Aber wir sehen: Frau Ribery ist mit Herrn Ribery wieder gut, obwohl der ja schon mal eine kalibrierte Abseitslinie deutlich überschritten hat. Vergessen und verziehen.

Guenter.Klein@ovb.net

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