Frankfurt/Main – Luka Jovic bekam den feucht-fröhlichen Start der Kabinen-Party gar nicht mit. Als ein Tablett mit frisch gezapftem Pils in die Umkleide getragen wurde, sollte der Top-Torjäger der Fußball-Bundesliga gerade das Erfolgsgeheimnis der Eintracht erklären. Dabei hatte das 3:0 (0:0) der Frankfurter gegen Vizemeister Schalke 04 die wichtigste Antwort schon gegeben: Der DFB-Pokalsieger ist das Überraschungsteam der Liga. „Es läuft einfach in Moment – das macht uns alle glücklich“, sagte der erst 20 Jahre alte Jovic, der in der Liga bereits neunmal und in allen Pflichtspielen insgesamt zwölf Mal getroffen hat.
Nach dem Doppelpack des Serben (61./73.) und dem Tor des Franzosen Sebastian Haller (80.) brachen am Main alle Dämme. „Deutscher Meister wird nur die SGE“ und „Europas beste Mannschaft“ hallte es von den Rängen.
Die Euphorie kommt nicht von ungefähr. Die Hessen holten acht Siege aus den zurückliegenden neun Pflichtspielen, stehen in der Zwischenrunde der Europa League und haben in der Liga Rekordmeister FC Bayern von Platz vier verdrängt. Die Pleite im Supercup gegen die Bayern (0:5), das Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals und die Angst vor einem möglichen Abstieg sind vergessen.
Die Abwehr um die Routiniers Makoto Hasebe und David Abraham steht stabil. Das Mittelfeld ist robust. Vorne geben Jovic, Haller und der kroatische Vize-Weltmeister Ante Rebic Gas. All das sind Attribute einer Spitzenmannschaft – auch wenn Jovic das nicht hören will. „Dass wir vor den Bayern stehen, ist schön, aber wir konzentrieren uns auf uns“, sagte er.
Richtig gut tut der Eintracht offenkundig Trainer Adi Hütter. Laut Sportchef Fredi Bobic „bringt Adi eine spielerische Note mit rein“, die auf der Arbeit seines Vorgängers Niko Kovac aufbaue. Der Österreicher („Ein erstes Fazit ziehen wir Ende des Jahres“) gab das Lob an seine Schützlinge weiter – in erster Linie natürlich an die drei Offensiven. „Sie sind einfach alle drei gut. Aber das hilft mir nichts, wenn sie nicht nach hinten arbeiten. Das haben sie sehr gut gemacht. Wenn sie das machen, zieht das die ganze Mannschaft mit“, betonte der Coach, der seinen Schützlingen zur Belohnung zwei Tage frei gab. sid