Das Glück, nicht im Büro sitzen zu müssen

von Redaktion

Nationalmannschaft arbeitet an ihrer Nähe zu den Fans und besucht eine Oberschule

Leipzig – Ein öffentliches Training wie neulich in Berlin hält die deutsche Nationalmannschaft in Leipzig nicht ab. Manager Oliver Bierhoff ist ein guter Verkäufer, er sagt: „Wir machen es mal anders: Nicht ihr müsst zu uns kommen, wir kommen zu euch.“ Ausgewählt für das Projekt wurde die 94. Oberschule der Stadt Leipzig – die einen enormen Standortvorteil hat: Aus ihren Fenstern blickt man auf die Fußball-Arena.

Bierhoff hat Leroy Sane, Julian Brandt, Timo Werner und Manuel Neuer mitgebracht, die Schüler springen auf, die Fußballer werden popstarmäßig bekreischt, Bierhoff juxt: „Ich hoffe, eure Lehrer kriegen auch so einen tollen Empfang – aber wahrscheinlich nicht.“ Der DFB ist auf einer Art Wiedergutmachungstour, es geht um Fannähe, sie soll zumindest angedeutet werden. Und sie ist gut dosiert. Eine Dreiviertelstunde Fragen (nicht alle kommen dran, aber zumindest „Justin-Kevin aus der 8a“, daran haben alle ihren Spaß), zum Abschluss gibt’s ein Gruppenbild, ein paar Selfies. Begegnung mit Erinnerungswert für die Kinder. Der DFB verschenkt noch Schreibblöcke mit dem missglückten WM-Slogan #ZSMMN. Alles muss raus.

Erkenntnis des Nachmittags: Die Fußballer wissen, dass sie trotz ihrer Leistungsdelle noch geliebt werden und einen tollen Beruf haben. „Wir haben das Glück, nicht ins Büro zu müssen, wir dürfen den Ball an der frischen Luft hin- und herschießen“, sagt Lokalmatador Timo Werner.

Und: Man lässt allmählich das Thema Mesut Özil hinter sich. Es war die erste Frage, gestellt von einem Fünftklässler: Wie ist es ohne ihn? Alle lachten über diesen Volltreffer zum unerwünschten Thema, Leroy Sane gab eine diplomatische Antwort („Hätte als Fußballer und Freund gerne länger mit ihm gespielt, aber mit anderen verstehe ich mich auch“) – und gut war’s.   GÜNTER KLEIN

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