Berlin – Der frühere Australian-Open-Finalist Rainer Schüttler soll Deutschlands bester Tennis-Spielerin, Angelique Kerber, zu weiteren Grand-Slam-Siegen verhelfen. Die Verpflichtung des Korbachers bestätigte Kerbers Manager gestern Abend. Demnach soll der 42-Jährige Ende November und damit nach Kerbers Urlaub die Betreuung der Wimbledon-Siegerin übernehmen. Zuvor hatte „Bild“ von der Verpflichtung berichtet. „Angelique hat in den letzten Jahren mehrfach unter Beweis gestellt, was sie für ein Champion ist“, sagte Schüttler: „Für mich steht außer Frage, dass sie mit ihrem Talent noch viel erreichen kann.“
Kerber hatte sich Mitte Oktober von ihrem vorherigen Trainer Wim Fissette getrennt und war bei den darauffolgenden WTA-Finals in der Vorrunde ausgeschieden. Der Zeitpunkt der Verpflichtung kommt so überraschend wie der Name. Schüttler hat als Profi-Trainer keinen großen Erfahrungsschatz, verstärkte im Sommer 2017 lediglich das Trainerteam des Serben Janko Tipsarevic. Mit Ex-Profi Alexander Waske führt er zudem eine Tennis-Akademie in Offenbach. In den vergangenen Tagen hatten sich aber bereits Gerüchte verdichtet, dass Schüttler als neuer Kerber-Coach in Frage kommen könnte.
Kerber wünschte sich als Fissettes Nachfolger einen deutschsprachigen Trainer, den sie mit Schüttler nun bekommt. „Trotz der erfolgreichen Zusammenarbeit seit Beginn der Saison wurde dieser Schritt aufgrund von unterschiedlichen Auffassungen bzgl. der zukünftigen Ausrichtung erforderlich“, hatte das Kerber-Team zur Trennung von Fissette begründet, die unmittelbar vor den WTA Tour Finals in Singapur erfolgte und damit zu einem überraschenden Zeitpunkt kam.
Der Ex-Profi Schüttler wird ab Ende November einen guten Monat Zeit haben, um die Weltranglistenzweite für den ersten Höhepunkt der neuen Saison in Schwung zu bringen. Dann geht Kerber bei den Australian Open (14. bis 27. Januar) an den Start, wo sie in diesem Jahr das Halbfinale erreichte. Nach ihrem starken Jahr 2018 inklusive Wimbledon-Titel würde sie gerne nach weiteren wichtigen Trophäen greifen. Melbourne war für Schüttler schon einmal ein gutes Pflaster: 2003 unterlag er erst im Finale Andre Agassi. dpa