Leipzig – Für Roman Neustädter und Konstantin Rausch ist es ein pikantes Wiedersehen. Lange spielten die beiden Fußballprofis für Deutschland, nun treten die beiden Verteidiger mit dem russischen Doppeladler auf der Brust gegen die DFB-Elf an. Die Partie morgen in Leipzig ist für die Ex-Bundesligaspieler auch so etwas wie späte Genugtuung. Schließlich waren sie für die Fußball-WM in Russland, bei denen die Gastgeber in rasanten Partien unter anderem im Luschniki-Stadion für Überraschungen sorgten, nicht nominiert – und das, obwohl sie doch eigentlich wegen dieses Turniers den russischen Pass bekommen hatten.
In Leipzig könnte es hingegen nach Wunsch verlaufen: Seit der WM gehören beide wieder fest zum Kader. Neustädter wurde in der Sowjetunion geboren, sein Vater ist Ukrainer, die Mutter Russin. Der 30-Jährige absolvierte 2012 und 2013 lediglich zwei Freundschaftsspiele für die deutsche A-Nationalmannschaft – und kann daher laut Fifa-Regelwerk für Russland auflaufen. Bereits 2016 spielte er für die Sbornaja bei der EM in Frankreich. Rausch (28), seit Januar Verteidiger bei Dynamo Moskau, wurde in Sibirien geboren, durchlief die Nachwuchsnationalmannschaften des DFB.
Neustädter und Rausch sind keine Einzelfälle: Russische Pässe erhielten etwa auch die Brasilianer Guilherme und Ari. Dank dem früheren DFB-Auswahlspieler Neustädter durfte das russische Team erst vor gut einem Monat jubeln. Mit seinem Treffer trug er zum 2:0 in der Nations League gegen die Türkei bei. Die Russen haben damit vor dem Schlussspiel gegen Schweden beste Chancen auf den Gruppensieg und den Aufstieg. Diese Begegnung steht nach dem Testspiel gegen Deutschland an. Neustädter und Rausch wurden für beide Partien in den Kader berufen. dpa