Mannheim – Den ersten Schritt haben die Rhein-Neckar Löwen und die SG Flensburg-Handewitt bereits gemacht. Aber dass die deutschen Clubs tatsächlich besser sind, als es der international leicht ramponierte Ruf der Handball-Bundesliga zuletzt vermuten ließ, wird sich erst in der zweiten Runde der deutsch-französischen Duelle in der Champions League zeigen. Nach seiner 37:27-Machtdemonstration vergangene Woche tritt der Pokalsieger aus Mannheim heute zum Rückspiel der Gruppe A bei Titelverteidiger HB Montpellier an. Meister Flensburg dagegen will nach dem späten K.o. zum 28:29-Endstand bei Paris Saint-Germain in eigener Halle Revanche nehmen.
„Wir werden zusammen mit unseren Zuschauern Druck und Begeisterung aufbauen – und dann zwei Punkte holen“, kündigte Flensburgs Trainer Maik Machulla an. Schon im Hinspiel der Gruppe B hatte der Bundesliga-Tabellenführer lange Zeit mit den Titelfavoriten mitgehalten. Doch dann sorgte Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer kurz vor dem Abpfiff für den Sieg der Franzosen.
Ein Erfolg heute (18.45 Uhr) täte gut. Denn die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga war zuletzt infrage gestellt worden. Gensheimer etwa hatte sich besorgt zur Abwanderung von Topspielern geäußert. Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen meinte, dass die Bundesliga in der Spitze nicht mehr die beste Liga der Welt sei.
Das jüngste Abschneiden deutscher Clubs in der Champions League bestätigte ihn: Gleich zweimal nacheinander fehlten die deutschen Topteams zuletzt bei der Heim-Endrunde der Königsklasse in Köln.
Vor allem die Löwen haben nicht erst seit dem klaren Sieg gegen Titelverteidiger Montpellier den Anspruch, es in dieser Spielzeit bis nach Köln zu schaffen. Dank fünf Erfolgen aus den ersten sieben Spielen besitzen die Badener beste Aussichten auf eine Top-Platzierung.
Sollten die Löwen allerdings auch in Montpellier erfolgreich sein und die Flensburger gegen Paris die erhoffte Revanche nehmen, wären das mehr als zwei Punkte auf dem Weg in die K.o.-Phase. Es dürfte beiden Teams auch für die Bundesliga einen Schub geben. Dort treffen sie am Montag im Topspiel aufeinander. dpa