Ein besonders schlampiges Talent

von Redaktion

Ousmane Dembele sorgt weiter für Verstimmung – in Barcelona und Dortmund

München – Für Ousmane Dembele kommt es zurzeit knüppeldick – und daran ist er selbst schuld. Weltmeistercoach Didier Deschamps tadelte den französischen Jungstar mit deutlichen Worten, beim FC Barcelona gerät er zunehmend ins Abseits und nun holen ihn auch noch Altlasten aus seiner Dortmunder Zeit ein. Es entsteht gerade der Eindruck eines neureichen Schnösels, der weder seinen Job noch das Drumherum ernst nimmt.

„Ich kenne seine Ausreden. Egal ob bei seinem Verein oder bei der Nationalmannschaft, er muss sich etwas mehr auf die Dinge fokussieren, die den Alltag eines Profis auf so hohem Niveau bestimmen“, sagte Deschamps vor dem heutigen Duell der Equipe Tricolore in den Niederlanden (20.45 Uhr/DAZN). Er ergänzte: „Je schneller er das versteht und es nicht mehr vorkommt, desto besser für alle.“

Das jüngste Vorkommnis: Am vergangenen Donnerstag fehlte Dembele bei Barca unentschuldigt im Training. Seine Erklärung, ihn hätten Magen-Darm-Probleme geplagt, kam mit reichlich Verspätung. Trainer Ernesto Valverde strich ihn vor dem 3:4 gegen Betis Sevilla aus dem Kader.

Zu spät zu kommen sei eine schlechte Angewohnheit von Dembele, sagte Deschamps. Frankreichs Verbandspräsident Noel Le Graet verband die Überreichung einer Uhr als Präsent für den WM-Titel prompt mit einer Ermahnung, der 21-Jährige möge diese bitte stets tragen. Die Geduld verliert zumindest Deschamps aber keineswegs mit dem außergewöhnlich begabten Außenstürmer. Dembele müsse „aufpassen“, schickte er gleichwohl hinterher. Denn es war nicht der erste Fehltritt in Barcelona.

Gerüchteweise hat Dembele einen ungesunden Hang zu Fast Food, treibt sich auf Partys herum und hat seinen Spanisch-Unterricht vernachlässigt. Kaum verwunderlich, dass Transferspekulationen entstehen, wenngleich Barca-Geschäftsführer Eric Abidal öffentlich die Hand (noch?) schützend über den Kritisierten hält: „Es gibt nichts zu beanstanden.“

Aus Dortmund droht ihm dieser Tage noch einmal Ärger. „Herr Dembele wird von seinem früheren Vermieter verklagt auf Zahlung von etwa 15 000 Euro Mietzins plus Schadensersatz in Höhe von etwa 5000 Euro. Das ist Aufwand für Mängelbeseitigung: defekte Rolladenkästen und defektes Parkett, beispielsweise. Die im Bericht genannte Vermüllung ist ausdrücklich nicht Verfahrensgegenstand“, teilte ein Gerichtssprecher mit. Zuerst hatte die „Bild“ darüber berichtet. Das Blatt belegte die Vorwürfe mit Fotos einer vermüllten Wohnung. Dembele ist „in Gefahr“, titelte die französische „L’Equipe“ gestern. In der Tat.  sid

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