Levi – Mikaela Shiffrin. Wer sonst?! Beim ersten Weltcup-Slalom dieser Saison hat die Amerikanerin wie erwartet ihre Ausnahmestellung demonstriert. Im finnischen Levi war die dreimalige Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin der beiden vergangenen Jahre wieder mal eine Klasse für sich. „Gewinnen“, sagte Shiffrin danach, „ist immer toll“, sie sei „glücklich, mit einem Sieg in die Saison zu starten.“
Der Sieg im hohen Norden war ihr 44. im Weltcup, der 33. im Slalom, nur zwei fehlen nun noch zum Rekord der Österreicherin Marlies Schild (35). Außerdem zog die 23-Jährige aus Vail mit Maria Höfl-Riesch gleich: Die dreifache Olympiasiegerin aus Garmisch-Partenkirchen war bisher die Einzige mit drei Siegen in Levi – gemeinsam wachen sie nun über eine ganze Herde Rentiere. Die Sieger in Levi bekommen jeweils ein Jungtier „geschenkt“.
Mikaela Shiffrin sicherte sich ihre dritte Patenschaft mit einem deutlichen Anstand zu Vorjahressiegerin Petra Vlhova aus der Slowakei (0,58 Sekunden zurück) und Bernadette Schild aus Österreich (0,79). Das war allerdings wenig überraschend: Sie dominiert den Torlauf seit Jahren, von den zehn Slaloms des vergangenen Winters hatte sie lediglich drei nicht gewonnen, darunter allerdings auch den olympischen.
Von einer Mikaela Shiffrin oder Maria Höfl-Riesch sind die deutschen Läuferinnen weit entfernt. Beste war in Levi Marina Wallner. Die Inezllerin hatte sich mit Rang neun im ersten Lauf eine gute Ausgangsposition erkämpft, fiel aber im Finallauf auf Rang 14 zurück. Für Christina Geiger aus Oberstorf ging es von Rang 24 auf Rang 17 nach vorne. Alpinchef Wolfgang Maier bemerkte in der ARD trocken, das Resultat rufe „keine Jubelstürme“ hervor.
Wallner erfüllte immerhin zur Hälfte die DSV-interne Norm für die WM 2019 in Are, gab jedoch zu, sie habe sich im zweiten Lauf im Steilhang den „Schneid abkaufen lassen“. Ähnlich erging es Geiger, die versicherte: „Ich weiß, dass ich mehr kann.“ Vor allem aber bei Wallner, im Sommer lange durch einen Virus ausgebremst, sieht Maier das Potenzial, „mal in Richtung Podium zu fahren.“
Die drei anderen deutschen Starterinnen kamen nicht in die Punkteränge: Die beinahe zwei Jahre verletzte Marlene Schmotz (Leitzachtal) schied im Finallauf aus, Lena Dürr (Germering) im ersten. Jessica Hilzinger (Oberstdorf) verfehlte als 47. das Finale der besten 30.