Oberbayern schlägt Niederbayern

von Redaktion

Besseres Münchner Überzahlspiel entscheidet das Derby: „Da scheppert’s halt“

München – Das kommt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) immer wieder mal vor: Dass ein Topteam gegen den Letzten verliert. Meister EHC München ist das am Donnerstag bei den Schwenninger Wild Wings passiert, die mit neuem Trainer (Paul Thompson) plötzlich Siegermentalität offenbaren. Die Wild Wings siegten am Sonntag weiter, 2:0 bei den Nürnberg Ice Tigers – und die Münchner betrieben Wiedergutmachung für ihre Verlängerungs-Niederlage. In einem Spiel, das unter Siegpflicht stand: Derby gegen Straubing, stets eine brisante Sache. Der EHC entschied sie mit 4:3 (2:1, 1:0, 1:2) für sich.

Straubing hatte sich auf viel Defensivarbeit eingestellt und trat daher mit Jeff Zatkoff an, dem Torwart, der schon mal an einem Gewinn des Stanley Cup beteiligt gewesen war (2016, Pittsburgh Penguins). Der Amerikaner wurde hinreichend beschäftigt, weil der EHC München trotz des Ausfalls von fünf Stürmern offensiv eingestellt war. Die Tigers konnten durch Marcel Brandt zwar in Führung gehen (12.), doch dann waltete der EHC, bei dem Yasin Ehliz sich dem neuen Heimpublikum vorstellte und mit einem Transparent freundlich begrüßt wurde. Mark Voakes (17.) und Justin Shugg (19.) sorgten dafür, dass die Münchner das erste Drittel noch für sich entschieden.

Der niederbayerische Derby-Gegner entwickelte im Verlauf des zweiten Drittels eine gute Phase, Trainer Tom Pokel änderte seine Taktik. „Sie spielen lange Pässe, wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu geil aufs Toreschießen sind und sich hinter uns ein Straubinger Stürmer versteckt“, sagte EHC-Verteidiger Kony Abeltshauser bei Telekomsport. Mit Maxi Daubner (39.) erhöhte einer der jungen Münchner auf 3:1, er fälschte einen Schlagschuss von Ryan Button ab – eine Erleichterung, so Abeltshauser: „Wichtiges Tor, das wir vor der Pause noch mitgenommen haben. Man weiß ja, wie’s im Eishockey ist. Ein Tor ist wenig.“

Das kleine Polster half dem EHC, denn Straubing blieb renitent, kam zum nochmaligen Anschlusstreffer (Zeigo) und zu zwei Pfostenschüssen, die EHC-Akteure mussten zu oft auf die Strafbank. Die Ice Tigers suchten auch noch ihre Chance, nachdem Münchens Topscorer Maxi Kastner auf 4:2 (52.) erhöht hatte. Laganiere verkürzte 51 Sekunden vor Schluss auf 4:3. Der EHC verwaltete den Vorsprung bis zur Sirene. Unterm Strich: Das Überzahlspiel gab für den Meister den Ausschlag. Drei seiner vier Treffer resultierten aus dem Powerplay – und der Straubinger Max Renner musste konstatieren: „Wenn München Überzahl hat, dann scheppert’s halt.“  gük

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