Obihiro – Claudia Pechstein war nach ihrem 301. Weltcup-Rennen über Platz zwölf keineswegs unzufrieden. Im japanischen Obihiro lief sie konstante Rundenzeiten, doch reichten 4:09,52 Minuten im ersten 3000-m-Rennen des Winters nicht für die Top 10. „Meine Strecke sind die 5000 Meter, da will ich bei der WM angreifen. Wichtig war hier das Gleichmaß, und das ist mir mit Runden-Zeiten unter 33 Sekunden gelungen“, sagte die 46-jährige Eisschnellläuferin aus Berlin am Sonntag.
Tags zuvor war ihr Konzept im Jubiläumsrennen mit Massenstart aufgegangen. Sie sammelte bei Sprintwertungen Punkte und schob sich im Feld ihrer nicht einmal halb so alten Konkurrentinnen auf Platz sechs. „Dieses Rennen war gut für mein Selbstbewusstsein“, sagte Pechstein. „Damit habe ich insgesamt 300 Weltcup-Rennen in meiner Karriere absolviert! Wahnsinn!!! Ich kann es selbst kaum glauben …“, postete sie später auf Facebook. 115 Mal stand sie auf dem Podest. Es mache sie „sehr, sehr stolz, dass ich im sportlich hohen Alter von 46 Jahren noch immer mit der Weltspitze mithalten kann“, meinte Pechstein, die in Japan durchaus überzeugte, obwohl sie mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte.
Für das beste Resultat aus deutscher Sicht sorgte in Obihiro Patrick Beckert, der als Vierter über 5000 m (6:18,143 Min.) nur um 22 Tausendstel-Sekunden seinen elften Podestplatz im Weltcup verfehlte. „Ein ganz starker Auftakt, ich bin in Topform“, sagte der Thüringer nach dem Sieg des Niederländers Patrick Roest (6:13,01). „Natürlich ist es schade, so knapp am Podest vorbei zu laufen. Aber so ist das im Sport“, fügte er hinzu.
Überraschend hat am Sonntag Pechsteins früherer Trainer Uwe Hüttenrauch seinem Ärger über den Verband Luft gemacht. „Nicht Trainer oder Athleten sind schwach; unsere/meine sportliche Führung ist nicht in der Lage, Hochleistungs-, Nachwuchs- und Breitensport zu bündeln und daraus Synergien zu wecken“, kritisierte er auf Facebook. Der 63-Jährige folgerte: „Meine Sportart ist dem Untergang geweiht.“ dpa