Lehmann wehrt sich

von Redaktion

Ex-Nationaltorhüter dementiert Handelsblatt-Bericht: „Ich habe nie Steuern hinterzogen“

München – Jens Lehmann hat einen Bericht des Handelsblatt über eine angebliche Steuerhinterziehung vehement zurückgewiesen. „Ich habe niemals Steuern hinterzogen und werde daher mit juristischen Mitteln gegen die vom Handelsblatt aufgestellten Unwahrheiten vorgehen“, schrieb der ehemalige Nationaltorhüter bei Twitter. Der Bericht des Wirtschaftsmagazins sei „in wesentlichen Teilen unwahr und rechtswidrig“, führte er aus.

Das Handelsblatt hatte am Mittwoch von einer angeblichen Steuerfahndung gegen Lehmann berichtet, die Anfang 2017 eingestellt worden sein soll. Als erste Reaktion bestätigte Lehmann der Bild, dass er als Auflage 100 000 Euro gezahlt habe, „um einen Anspruch, der eventuell bestanden hätte und vor Gericht ausgetragen worden wäre, zu befriedigen.“

Als Grundlage für den Bericht hatte sich das Handelsblatt auf eine 117 Seiten fassende Akte der Steuerfahndung des Finanzamts München bezogen. Diese läge dem Magazin vor. Daraus soll hervorgehen, dass Lehmann mit „erhöhter krimineller Energie“ nach Steuerschlupflöchern gesucht und Einnahmen verschleiert habe.

Die Staatsanwaltschaft, so das Handelsblatt, habe bei einer Prüfung festgestellt, dass Lehmann einen sechsstelligen Betrag an Steuern hinterzogen habe. Diesen und eine zusätzliche Geldauflage soll der Wahl-Starnberger bezahlt haben, woraufhin das Verfahren eingestellt worden sei. Zu einer Anklage sei es nie gekommen.

Als Lehmann bei Arsenal London spielte (2003 bis 08), soll er zwei Gesellschaften auf der Insel Jersey gegründet haben. Hintergrund: In England werden nur englische Einkünfte versteuert – und so sollen Zahlungen des DFB und seines Sponsors Nike auf die Konten im Steuerparadies geflossen sein. Unversteuert.

Damit Lehmann in dieser Zeit in Deutschland keine Steuern zahlen musste, durfte er in seiner alten Heimat keinen Wohnsitz mehr haben. Laut Handelsblatt soll der ehemalige Bundesliga-Torhüter sein großes Haus in Dortmund günstig vermietet haben (1000 Euro/Monat). Bilder zeigen aber, wie er dort Feiern abhielt. Mieter soll laut Handelsblatt der Mann seiner Schwiegermutter gewesen sein. Er habe gut verdient, schrieb Lehmann in seinem Buch: „Im Vergleich zu echten Londoner Spitzengehältern war es aber wenig.

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