München – Für Peter Kathan war es die unerwartete und späte Rolle seines Lebens: Der kernige Bad Tölzer wurde 2002 Bundestrainer der Eishockey-Frauennationalmannschaft. Und er blieb zwölf Jahre, führte das Team zweimal (2006 und 2014) zu Olympischen Spielen und kämpfte abseits der Eisfläche beim Deutschen Olympischen Sport-Bund um bessere Förderung für seine Spielerinnen und im Verband für eine professionellere Struktur der Bundesliga, die lange unter zu deutlichen Ergebnissen litt. Kathan – der Frauenversteher. Er übergab dann in einer Art Erbfolge an seinen Assistenten Benjamin Hinterstocker.
Mit dem erreichten die Frauen 2017 einen sensationellen vierten Platz bei der A-Weltmeisterschaft. Trotzdem kündigte der Deutsche Eishockey-Bund vor einigen Wochen schon einen Wechsel für den neuen olympischen Zyklus an. Nun wird er vollzogen, der Nachfolger ist am Montag bekannt gegeben worden. Zum 1. Januar 2019 übernimmt Christian Künast.
Der frühere Nationaltorwart (2000 Meister mit den München Barons) bringt noch seinen Job als Cheftrainer der U 20-Nationalmannschaft zu Ende, die vom 9. bis 15. Dezember in Füssen ihre WM (Division IA, früher bekannt als B-Gruppe) bestreitet – es geht um den Aufstieg. Künast ist außerdem der Schwager und enge Vertraute von (Ex-Bundestrainer) Marco Sturm, dem er, wenn keine U 20-Aufgaben anstanden, bei den großen Turnieren assistierte. Er gehörte zum Trainerstab beim Gewinn der Olympischen Silbermedaille in Pyeongchang.
Laut DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel legte Künast eine „Konzeption und Vision für das deutsche Frauen-Eishockey“ vor. Der 46-Jährige selbst sagt: „Nach fast vier Jahren als Nachwuchsbundestrainer freue ich mich auf meine neuen Aufgaben.“ DEB-Präsident Franz Reindl erklärt: „Die Teilnahme in Peking 2022 ist das unbedingte Ziel.“ gük