München – Am Sonntag schien es, als könne sich der EHC München, Tabellenzweiter in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), den Adlern Mannheim, Spitzenreiter, annähern.
Mannheim spielte um 14 Uhr in Bremerhaven und geriet ins Schlingern. Einen 2:4-Rückstand konnte es in den letzten zehn Minuten aber noch ausgleichen und das Match in der Verlängerung gewinnen, 5:4. Zwei Punkte. Einer wurde liegengelassen.
Die Münchner fingen in Köln um 17 Uhr an, sie wussten um die kleine Schwäche, die der große Rivale sich geleistet hatte – und sie legten selbst fulminant los: 3:0 führten sie nach drei Minuten und zehn Sekunden. Jedoch, am Ende punkteten sie nur wie Mannheim: Der EHC ließ ein Kölner 3:3 zu und siegte erst im Penaltyschießen. Die Position verbesserte sich folglich nicht: Weiter Platz zwei, acht Punkte hinter Mannheim.
Oft bekommt man im Eishockey von den Beteiligten zu hören, dass sie gar nicht auf die Tabelle schauen würden – insofern muss man Konrad Abeltshauser für seine Ehrlichkeit danken, die er am Freitagabend offenbar hatte. Da war es so, dass seine Münchner ihre Führung gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven aus der Hand gaben und 2:3 nach Verlängerung verloren – einen Punkt nur gab es dafür. Gleichzeitig gewannen die Adler Mannheim solide gegen Krefeld 3:0. EHC-Verteidiger Abeltshauser sagte: „Die Mannheimer stehen da oben – und wir kommen nicht ran, wenn wir so Punkte abgeben.“
Was stimmte nicht beim Meister München, der vor seinen drei Titeln immer auch die DEL-Hauptrunde als Erster beendet hatte? Gegen Bremerhaven war sich die Mannschaft zu sicher, „gefühlt waren wir immer mehr als ein Tor vorne“, so Abeltshauser. Dann kam „der schöne Schuss von Jan Urbas, da kann der Kevin nichts machen“. Gemeint war Torhüter Kevin Reich, der das 2:2 hinnehmen musste. Und in der Overtime das 2:3.
Am Sonntag war der Start mit dem schnellen 3:0 verführerisch. Die Kölner Haie ersetzten daraufhin ihren Star-Goalie Gustaf Wesslau durch Hannibal Weitzmann, der erst sein zweites DEL-Spiel machte. Überwinden konnte ihn nur Maximilian Kastner im Penaltyschießen. „Wir haben nach dem perfekten Start aufgehört zu spielen. Wir müssen cleverer sein und dürfen Köln nicht zurückkommen lassen“, sagte der Münchner Topscorer.
21 Spieltage sind vorbei, 31 stehen noch bevor. Bis jetzt wirkt Mannheim mit seinem neuen Trainer Pavel Gross unerschütterlich, erst einmal haben die Adler nach 60 Minuten verloren (die anderen vier Male nach Verlängerung und Penaltyschießen – das geschah zuhause gegen München Anfang Oktober). „Gegen Ende der Hauptrunde gehen oft noch Punkte verloren, diese Erfahrung haben wir auch schon gemacht“, meint Kony Abeltshauser – und schreibt Platz eins keinesfalls ab: „Wir treffen noch dreimal auf Mannheim, wenn wir gewinnen, sind das neun Punkte – und dann stehen wir oben.“