München – Als schon fast jeder, der viel oder auch weniger viel vom Fußball versteht, ein paar Sätze zum FC Bayern hinausposaunt hatte, hat sich gestern auch Jupp Heynckes noch gemeldet. Er erzählte der „Westdeutschen Zeitung“, wie schön es doch sei, „morgens in aller Ruhe zu frühstücken und keinen Druck zu haben.“ Und natürlich hat Heynckes, 73, dann noch ein paar Sätze zu seinem alten Verein gesagt, zum Beispiel diese: „Da kommt ein junger Trainer und will die Welt einreißen. Niko Kovac hat’s nicht einfach in München.“
Wie schwer es Kovac, Stand jetzt noch immer Cheftrainer des FC Bayern, gerade hat, konnte man gestern schon an der Verteilung der Fotografen ablesen. Fast alle ignorierten Lissabons Rui Vitoria, sie drängten sich um Kovac, manche fürchteten wohl, das letzte Stadionfoto von ihm verpassen. Man konnte es aber auch daran ablesen, dass es der Sky-Reporter für unabdingbar hielt, den Trainer noch vor dem Spiel nach seiner Zukunft zu fragen, was Kovac dann einfach weglächelte.
An der Seitenlinie verbrachte Kovac später aber mal wieder einen schönen Abend. Er ruderte mit beiden Armen, als Robben zum 1:0 traf – und schrie, so dass in der kalten Luft eine Atemwolke aufstieg. Das 3:0 nahm Kovac dann ganz gelassen hin. Man könnte sagen: FC-Bayern-like.
Am Ende dieses Abends sollte man aber daran erinnern, was Heynckes noch zum FC Bayern gesagt hat: „Es gibt liebe Jungs dort und Diven, und dann sind da noch die schweren Verletzungen von wichtigen Spielern. Da türmt sich ein Berg von Problemen auf.“ Verschwunden ist dieser nicht. cfm