Unterhaching – Der Höhenflug der SpVgg Unterhaching hält weiter an. Am Freitagabend deklassierte das Team von Cheftrainer Claus Schromm einen erschreckend harmlosen 1. FC Kaiserslautern mit 5:0. Nach dem zehnten Spiel in Serie ohne Niederlage kletterten die Hachinger vorübergehend auf einen direkten Aufstiegsplatz. „Wir sind einfach glücklich, dass wir 30 Punkte haben. Vier Punkte fehlen noch, damit wir unser Zwischenziel bis zur Winterpause erreicht haben“, sagte Schromm.
In der ersten Hälfte sahen die 5000 Zuschauer im Unterhachinger Sportpark Einbahnstraßen-Fußball in Richtung des Lauterer Tores. Einen ersten Warnschuss von Hachings Stefan Schimmer (10.) sowie einen Freistoß und einen Fernschuss von Bigalke wehrte Kaiserslauterns Schlussmann Wolfgang Hesl noch ab (13., 20.). Umgehend nach Ende des 20 Minuten andauernden Stimmungs-Boykotts der Fans gegen Montags-Spiele im Profi-Fußball kam dann richtig Stimmung auf. Luca Marseiler nutzte einen kapitalen Bock von Florian Dick aus und schob aus spitzem Winkel gekonnt mit der Innenseite ins lange Eck zum 1:0 (23.).
Auf der Gegenseite verbuchten auch die Roten Teufel vom Betzenberg zwei gute Chancen durch Kevin Kraus (11.) und Julius Biada (22.). Viel mehr zu sehen war von dem Ex-Bundesligisten nicht. Anders die Hachinger, die bei anhaltendem Nieselregen munter weiter nach vorne kombinierten. Die Belohnung dafür besorgte dann der engagierte Schimmer: Der Angreifer umkurvte nach einem Steilpass Hesl und erzielte das 2:0 sehenswert per Drehschuss (28.). Hätte die Gäste-Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck einen Fehler von Hachings Lucas Hufnagel durch Mads Winther Albaek kurz vor der Pause ausgenutzt (44.), wäre die Partie möglicherweise noch einmal spannend geworden.
So aber verwaltete die SpVgg im zweiten Durchgang den Zwei-Tore-Vorsprung solide und schlug zum richtigen Zeitpunkt zu. Sascha Bigalke scheiterte per Foulelfmeter am FCK-Keeper Hesl und drückte den Nachschuss zum vorentscheidenden 3:0 über die Linie (65.). Jim-Patrick Müller traf kurz nach seiner Einwechslung per Kopf zum 4:0 (71.). Liga-Top-Torjäger Stephan Hain erhöhte ebenfalls per Kopf auf 5:0 (84.) und erhöhte sein Torekonto auf 13 Saisontreffer.
Die Bilanz liest sich aus Hachinger Sicht hervorragend. Selbstbewusstsein macht sich unter den Spielern breit. „Ich denke, dass mit uns zu rechnen ist“, sagte Torschütze Marseiler. Vom Trainer gab es umgehend die Belohnung. Die Spieler kamen mit ihrem Wunsch an den Trainer durch, ein freies Wochenende zu erhalten. Auf der Gegenseite herrschte großes Entsetzen. Der mitgereiste Lauterer Anhang tobte und bewarf die eigene Mannschaft während der Partie mit Gegenständen. Nach dem Spiel musste die Polizei einen Platzsturm verhindern. Trainer Frontzeck scheint zu resignieren. „Das war ein bitterer Abend. Letztendlich trägt immer der Trainer die Verantwortung.“