Auftakt im Biathlon

Kampf ums Ansehen

von Redaktion

Patrick Reichelt

Kurz vor dem Start hat der Biathlon-Weltverband (IBU) noch ein Zeichen gesetzt. Die Namen von vier russischen Dopingsündern wurden auf den Tisch gelegt. Selbst die Olympiasieger Jewgeni Ustjugow und Swetlana Sleptsowa werden wegen entsprechender Vergehen angeklagt. Das kann, ja, das muss man als publikumswirksame Botschaft verstehen: Seht her, wir greifen durch.

Genau das hatte man lange nicht getan. Das fortwährende Wegsehen und Vertuschen war ein zentraler Gegenstand des Skandals, der den Verband seit Monaten erschüttert.

Klar, ein Reinigungsprozess ist in Gang gesetzt. Die Bewegung, die unter anderem den Athleten schon ein weitreichendes Mitspracherecht bescherte, nahm beim Kongress des Verbandes im September in Porec ihren Anfang. Der Schwede Olle Dahlin trat dort die Nachfolge des unter Korruptionsverdacht stehenden Norwegers Anders Besseberg an.

Mit besten Vorsätzen natürlich. Und trotzdem hat nicht jeder diese Personalie als sonderlich glücklich angesehen. Immerhin gehörte Dahlin auch schon Bessebergs Führungsmannschaft als Vize-Präsident an. Die Veröffentlichung der aktuellen russischen Dopingfälle wird auch ihm gut tun – auch wenn er der Verkündung wegen seines Beinbruchs fernblieb.

Doch klar ist auch: dieser Erfolg kann nur ein kleiner Schritt in dem Prozess gewesen sein. Die Härte und Konsequenz wird die IBU auch zukünftig an den Tag legen müssen, wenn sie die schwer erschütterte Glaubwürdigkeit irgendwann zurückgewinnen will.

Sie erreichen den Autor unter

patrick.reichelt@merkur.de

Artikel 9 von 11