Alcacer bricht alle Rekorde

von Redaktion

Der Neu-Dortmunder steht jetzt schon bei neun Jokertreffern – und nur Dörfel war 1963 noch torhungriger

Dortmund – Unglaublich, unnachahmlich, unerreicht – Paco Alcacer hat sich binnen weniger Wochen in die Geschichtsbücher der Fußball-Bundesliga geschossen. Auch beim eher unspektakulären 2:0 (1:0) über den SC Freiburg setzte der Dortmunder Neuzugang seine wundersame Erfolgsstory fort.

Sein neuntes Jokertor im achten Ligaeinsatz befreite den Tabellenführer in der Nachspielzeit von der Angst vor einem Rückschlag und stimmt die Fans auf das Revierderby gegen  Schalke an diesem Samstag ein. „Er spürt Fußball im Strafraum und ist sehr, sehr gefährlich“, lobte Trainer Lucien Favre.

Jokertore von Alcacer werden in Dortmund zum Ritual. Diesmal benötigte der einstige Profi des FC Barcelona nur 21 Minuten. Er egalisierte die Bestmarken des Freiburgers Nils Petersen (2016/17) und des Stuttgarters Ioan Viorel Ganea (2002/03), die auch neun Mal nach Einwechslungen trafen. Allerdings hat Alcacer noch viele Spiele vor sich, um an ihnen vorbeizuziehen. Überhaupt erzielte nur der Hamburger Charly Dörfel in seinen ersten acht Bundesliga-Spielen zehn Tore (1963). Gemessen an seinen Einsatzzeiten traf Alcacer jedoch im Schnitt häufiger – alle 28 Minuten.

Dem nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag, den 25-Jährigen angesichts dieser Traumquote künftig nur noch als Joker einzusetzen, konnte Michael Zorc wenig abgewinnen. „Wir haben ihn nicht ganz fit übernommen, weil er nicht diesen Rhythmus gewohnt war, regelmäßig zu spielen. Aber das ist kein Schema für die nächsten Wochen, der Trainer wird es immer wieder neu bewerten“, kommentierte der BVB-Sportdirektor schmunzelnd.

Trifft Alcacer auch im prestigeträchtigen Derby beim Erzrivalen aus Gelsenkirchen, wäre ihm in Dortmund Kultstatus endgültig gewiss.

Dank Alcacers Kaltschnäuzigkeit und der Nervenstärke von Reus beim Foulelfmeter (40.) blieb die Borussia auf Kurs Richtung Herbstmeisterschaft und überstand auch das 13. Saisonspiel ohne Niederlage. Die Fähigkeit, auch solche eher dürftigen Vorstellungen erfolgreich abzuschließen, machen den BVB mehr und mehr zu einem echten Titelaspiranten. „Zum Glück sind wir geduldig geblieben“, befand Favre: „Das war wichtig.“  dpa

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