Ernüchterung zum Auftakt

von Redaktion

DSV-Biathleten nur Randerscheinung

VON SANDRA DEGENHARDT

Pokljuka – Sie hatten ein erstes Zeichen setzen wollen – doch ohne die an ihrem Comeback arbeitende Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier haben die deutschen Biathleten beim Start in den Weltcup-Winter die angestrebten Podestplätze klar verpasst. Zum Auftakt im slowenischen Pokljuka gab es am Sonntag in den beiden Mixed-Staffeln für das deutsche Team nichts zu holen. In der Mixed-Staffel liefen Vanessa Hinz, Denise Herrmann, Philipp Horn und Benedikt Doll nur auf Platz sieben. Zuvor hatten sich in der Single-Mixed-Staffel Franziska Hildebrand und Erik Lesser mit dem achten Platz zufriedengeben müssen.

„Das ist extrem ärgerlich. Vier Scheiben fallen ohne Probleme, und dann beißt man sich an einer Scheibe die Zähne aus“, sagte Doll. Wäre er im letzten Schießen gut durchgekommen, wäre ein Angriff auf das Podium vielleicht doch noch möglich gewesen.

In der Mixed-Staffel sollte eigentlich Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer als Letzter starten. Aber der 31-Jährige fehlte kurzfristig aus privaten Gründen und wurde durch Horn ersetzt. Und der 24-Jährige musste bei seiner Weltcup-Premiere gleich im Liegendschießen in die Strafrunde und brachte somit das Team mit 1:52,8 Sekunden ins Hintertreffen. Was die Sache nicht einfacher machte: Zudem musste er gegen Frankreichs Superstar Martin Foutrcade laufen.

„Als ich die erste Runde mit Martin gelaufen bin, hatte ich schon ein bisschen die Hose voll. Ich war beim ersten Schießen schon so kaputt und konnte mich nicht mehr konzentrieren. Das tut mir extrem leid“, sagte der schwer enttäuschte Horn. Zuvor hatten aber auch schon Hinz und Herrmann mit einem Rückstand von 40,1 Sekunden Rückstand auf die Spitze an den Debütanten übergeben.

Auch bei Hildebrand und Lesser lief nicht alles rund. Während Hildebrand bei ihren Schießeinlagen fehlerfrei blieb, vergab Lesser mit einer Strafrunde und insgesamt sechs Nachladern den möglichen Sprung unter die Top Drei. Die Deutschen hatten nach 2 x 6 Kilometern 50,1 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Norweger Thekla Brun-Lie/Lars Helge Birkeland. „Dass ich liegend in die Runde muss, ist ziemlich schwierig zu verkraften. Und dann ist im Kopf ein kleiner Bruch drin“, sagte Lesser. Er will nach den zwei Ruhetagen am Mittwoch dann im Einzel über 20 Kilometer angreifen.

Die siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier wird nach ihrer gesundheitlichen Zwangspause wahrscheinlich erst im neuen Jahr in den Weltcup zurückkehren. Die 25-Jährige schickte via Facebook-Video Grüße ans Team und die Fans und drückte vor dem Fernseher die Daumen. Trotz der Pause blickt die Ausnahmekönnerin, die nach ihren Olympiasiegen in Pyeongchang auch über ein Karriereende nachdachte, positiv in die Zukunft. „Wenn ich das geschafft habe, kann ich vielleicht umso stärker zurückkommen“, sagte Dahlmeier.

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