Unterhaching – Wenn man einen Lauf hat, klappt alles – zur Not halt auf einem Umweg. So ist das im Fußball. Als sich Sascha Bigalke am Freitag den Ball zum Elfmeter zurechtlegte, hatten seine Unterhachinger ein mulmiges Gefühl. Bigalkes Quote bei Strafstößen liest sich verheerend. „Er wollte wohl endlich seine erste Kiste in der Saison“, sagt Manfred Schwabl, „das hat ja auch geklappt.“
Aber erst im Nachschuss. Die miese Quote bleibt, doch das ist ja nicht entscheidend. Der Ball war drin, die Hachinger feierten „unsere nächste Werbung für den Fußball“, so Präsident Schwabl. „Neben dem Derby gegen 1860 war das Spiel gegen Kaiserslautern wieder ein Höhepunkt, und wenn du da dann 5:0 gewinnst, super Stimmung mit 5000 Zuschauern hast, gibt es nichts groß zu meckern.“
Schwabl genießt den Moment, zählt die Punkte aber dennoch weiter immer nur mit Blick nach unten. „Mein Wunsch zu Weihnachten ist, dass der Abstand zum Keller so bleibt“, sagt er, „es geht bei uns darum, etwas aufzubauen, langfristig. Die Entwicklung ist überragend, aber wir dürfen nicht nachlassen oder zum Spinnen anfangen.“
In der jetzigen Form ist den Hachingern aber schwer beizukommen – 6:1, 5:4 und 5:0 lauteten die jüngsten Ergebnisse, seit zehn Spielen ist der Drittligist ungeschlagen. „Die Stabilität bei uns macht richtig Spaß“, sagt Schwabl. Das Team funktioniert, und Stephan Hain, der zum 5:0 traf, sorgt verlässlich für die Veredelung der Auftritte. „Er erinnert mich ein wenig an Gerd Müller, du kannst nach seinen Toren die Uhr stellen“, so Schwabl. ANDREAS WERNER