Als Carlos Tevez, der Stürmerstar der Boca Juniors, gestern aus dem Teambus stieg, grinste er. Vor ihm hüpften die Fans, wirbelten ihre blau-gelben Schals durch die Luft – und das, obwohl die Fußballer aus Argentiniens Hauptstadt gerade in Madrid gelandet waren.
In Buenos Aires, rund 10 000 Kilometer entfernt, waren zuvor noch viel mehr Fans in blau-gelben Trikots auf die Straße geströmt. Sie hatten ihr Team nach Spanien verabschiedet, wo es an diesem Sonntag (20.30 Uhr) endlich das Rückspiel um den Titel in der Copa Libertadores bestreitet – gegen River Plate, den Stadtrivalen aus Buenos Aires. Das Hinspiel (2:2)
war noch ihrer Heimatstadt ausgetragen worden, doch in den Tagen danach eskalierte die Lage. Vor dem geplanten Rückspiel hatten River-Fans den Boca-Teambus angegriffen – und Spieler verletzt. Es folgten chaotische Tage, dann die Flucht nach Madrid, die viele verärgerte. Das Chaos aber geht weiter: Boca hat bereits geklagt. Und in Spanien bereiten die Behörden einen Großeinsatz vor – mit mehr Polizisten als beim Clasico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. FOTO: DPA