Unterhaching/Innsbruck – Die Volleyball-Saison ist noch lang, doch am späten Mittwochabend um kurz nach 22 Uhr konnte Mihai Paduretu ein Ziel schon abhaken. Gegen Ende des CEV-Cup-Rückspiels der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching bei Vojvodina Novi Sad hatte er zuhause in Unterhaching am Live-Ticker zwar noch etwas bangen müssen. Doch in dem Moment, als der 3:1 (30:28, 25:22, 19:25, 25:23)-Sieg feststand, konnte der Alpenvolleys-Sportdirektor seiner Vorfreude auf die nächste Runde freien Lauf lassen.
Der Spielplan verspricht ein echtes Schmankerl: „Wir hatten im Kopf immer die Möglichkeit, ein Spiel gegen Trentino in Unterhaching zu bekommen. Denn wir entwickeln uns nur dann weiter, wenn wir eine solche Mannschaft hier präsentieren können. Das war das Ziel.“ Zwar müssen sich auch die Nord-Italiener erst fürs Achtelfinale qualifizieren, doch nach deren 3:0-Hinspielerfolg in Lausanne gibt es für Paduretu darüber keinen Zweifel. Schließlich handelt es sich beim dreifachen Champions-League-Gewinner um den prominentesten Klub im zweithöchsten europäischen Wettbewerb. Und gegen den erwartet Paduretu Mitte Januar im Rückspiel der nächsten Runde (Hinspiel 18,/19./20. Dezember) ein Volleyball-Fest in Unterhaching.
„Wenn ich an die Spiele mit Kasan, Macerata, Cuneo, Belchatow denke…“, erinnert er an einstige internationale Schlachten, die er als Trainer des vierfachen deutschen Pokalsiegers Generali Haching schlug. Eine Neuauflage dieser Dramen soll deutlich mehr Leute als die 600 beim Heimspiel gegen die Serben in die Halle locken und vor allem bei der Sponsorensuche auf der oberbayerischen Seite des Projekts helfen. „Wir müssen wachsen, Schritt für Schritt“, sagt Paduretu. „Deshalb ist es so wichtig, solche Mannschaften wie Trentino hier zu haben.“
So gesehen war Novi Sad eine reine Zwischenstation. Sportlich leisteten die Serben jedoch heftigen Widerstand. Bei ihrem 3:2-Heimsieg hatten die Alpenvolleys zwischenzeitlich eine 2:0-Satzführung aus der Hand gegeben, im Rückspiel drohte ähnliches Ungemach: Nach zwei hart umkämpften, aber gewonnenen Durchgängen gaben die Gäste den dritten klar ab und lagen im vierten mit 12:17 hinten. Doch sie kämpften sich zurück. Der Pole Pawel Halaba beendete mit dem zweiten Matchball auch Paduretus Zitterpartie: „Super, dass die Mannschaft die Nerven behalten und die Big Points gemacht hat!“
Wenige Tage nach dem überzeugenden 3:0 gegen Meister Berlin dürfte die durch die souveräne Bundesliga-Tabellenführung mit maximaler Punktausbeute ohnehin schon breite Brust noch etwas weiter angeschwollen sein, was vor dem Derby in Herrsching am Samstag (19 Uhr) nicht ganz unwichtig ist. Denn das Team vom Ammersee war in der vergangenen Spielzeit eine Art Angstgegner für die sportlichen Grenzgänger.
„Herrsching auswärts ist immer eine Katastrophe“, findet Alpenvolleys-Manager Hannes Kronthaler gar. Auch Paduretu warnt vor der Begegnung mit seinem einstigen Libero aus erfolgreichen Hachinger Jahren: „Herrsching hat vor zwei Wochen Düren geschlagen, Ferdinand Tille spielt immer noch dort: Leicht wird es bestimmt nicht.“