Stuttgart – Seit sechs Spielen ist Mario Gomez, 33, torlos. Doch das Selbstvertrauen des Ex-Nationalspielers hat nicht gelitten. Der Sturmroutinier des VfB Stuttgart sagt: „Ich weiß, dass ich immer treffe, früher oder später.“
Beim Anpfiff am Sonntag gegen Mönchengladbach werden es 530 Minuten ohne Gomez-Tor sein. Kein Problem für ihn selbst. „Es gehört zum Leben eines Stürmers dazu, dass der Ball nicht reingeht“, sagt der Routinier. Er spricht aus Erfahrung. In seiner Karriere hatte er schon fünf Mal eine Phase mit mindestens sechs Bundesliga-Partien ohne eigenes Tor.
Minuten zähle er nicht, sagt Gomez stets. Und überhaupt sei es für Fans und Journalisten vergleichsweise einfach, ihn zu kritisieren. „Bei einem Mittelfeldspieler muss man was vom Fußball verstehen, um sagen zu können, ob der gut spielt, oder nicht“, sagt er: „Bei einem Torwart oder Stürmer sieht man die Fakten.“
Zu alt, zu langsam, der Torriecher weg – so argumentieren die Kritiker des Stürmers. Aber: Seine Werte belegen diese Wahrnehmung nicht, wie der „kicker“ aufzeigte. Im Schnitt läuft Gomez 9,6 Kilometer pro Spiel, in der Hinrunde 2016/2017 waren es 9,7. Auch die Zahl der Zweikämpfe und die Quote der gewonnenen Duelle hat sich kaum verändert. Gomez sprintet im Schnitt zwar zweimal weniger pro Spiel, ist dabei aber sogar schneller geworden: seine Höchstgeschwindigkeit stieg von 32,34 auf 32,59 Stundenkilometer.
„Ich spiele jetzt ja hier nicht, weil ich irgendwann mal gut gespielt habe, sondern ich spiele, weil der Trainer denkt, dass ich entscheidend sein kann. Und das erwarte ich auch selber von mir noch“, sagt Gomez, der bei Trainer Markus Weinzierl weiterhin gesetzt ist: „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das genug ist, um hier beim VfB in der Startelf der Mannschaft zu helfen. Das Selbstvertrauen ist immer da.“
Weinzierl denkt gar nicht daran, den Mann in Frage zu stellen, der noch immer auf die beeindruckende Quote von 0,54 Tore pro Partie kommt (bei 310 Bundesliga-Einsätzen). „Da bin ich pragmatisch: Wenn man so eine Quote hat, wird das auch wieder so sein“, sagt er.
Gomez selbst wäre sogar zufrieden, wenn er bis nach Weihnachten auf sein viertes Saisontor warten müsste. „Das Wichtigste ist die Mannschaft. So spiele ich, so fühle ich mittlerweile, das war vielleicht nicht immer so, aber jetzt ist es so und es fühlt sich gut an“, sagt er. „Mir ist es eigentlich komplett wurscht, wer die Tore schießt. Wenn wir die nächsten vier Spiele bis zur Winterpause 1:0 gewinnen und ich keines davon mache, unterschreibe ich das sofort.“ dpa