Southampton – Ralph Hasenhüttl will nicht der „Alpen-Klopp“ sein. Er sei zwar ein Fan des Fußballs von Jürgen Klopp, „er hat Marken gesetzt, hat meinen Stil beeinflusst. Aber den Ausdruck mag ich nicht sehr, ich will mir einen eigenen Namen machen“, sagte der Österreicher bei seiner gestrigen Vorstellung beim englischen Premier-League-Club FC Southampton, nachdem ihn englische Medien als „Klopp of the Alpes“ empfangen hatten.
Er wolle sich vielmehr „nach sechs erfolgreichen Jahren in der Bundesliga nun in der Premier League bekannt machen. Es ist eine große Herausforderung, aber der logische nächste Schritt für mich. Ich will meine Fußspuren hinterlassen“, sagte der ehemalige Trainer von RB Leipzig. Es sei „nicht der leichteste Schritt, aber ich wollte es noch nie einfach. Ich freue mich auf diese Herausforderung.“
Die Philosophie des Clubs passe „sehr gut zu meiner Philosophie. Es wurde in den Gesprächen klar für mich, dass ich dem Klub helfen kann“, ergänzte Hasenhüttl (51) selbstbewusst.
Der Druck auf den ersten österreichischen Teammanager in der Premier League ist von Beginn an groß. Bereits am morgigen Samstag steht das Kellerduell der Saints, derzeit nur Tabellen-18. in England, gegen Cardiff City (16.) an. „Wir müssen so schnell wie möglich Ergebnisse liefern. Das erste Ziel ist, aus dieser Abstiegszone so schnell wie möglich herauszukommen“, sagte Hasenhüttl.
Er versprach den Fans „sehr leidenschaftlichen Fußball mit elf Typen auf dem Platz, die Charakter haben und alles geben. Ich will alle mitnehmen.“ Seine neue Mannschaft, die Hasenhüttl am Mittwochabend beim 1:3 gegen Tottenham im Stadion beobachtet hatte, brauche aber „einen guten Matchplan“.
Gestern lernte Hasenhüttl, der einen Vertrag bis 2021 unterschrieb, sein Team beim Auslaufen kennen. Heute wird er die erste Trainingseinheit leiten.
In Southampton tritt er die Nachfolge von Mark Hughes an. Der Waliser war am Montag nach nur neun Monaten und zuletzt zehn Spielen ohne Sieg entlassen worden. Hasenhüttl ist in Southampton schon der vierte Cheftrainer in nur zwei Jahren, seit Ronald Koeman 2016 den Club in Richtung FC Everton verließ.
Hasenhüttl stehe für „Leidenschaft, Struktur, das Talent zur Kommunikation, den Arbeitsethos und den Hunger auf Wachstum, den wir in unserem Southampton-Weg anstreben“, schwärmte Club-Boss Ralph Krueger. Die Verhandlungen seien schnell und reibungslos verlaufen. sid/dpa