München – Ein bisschen Weihnachtsatmosphäre musste im Audi Dome dann doch sein an diesem Nikolaustag. Die Cheerleaderinnen trugen Nikolausmützen. Das knuffige Maskottchen Bernie schwitzte in einem ganzen Weihnachtsmannkostüm über seinem Pelz. Da wollten sich die Profis natürlich nicht lumpen lassen und packten das passende sportliche Geschenk drauf. Mit 72:65 (31:28) rangen sie an diesem elften Euroleague-Spieltag Khimki Moskau nieder. Sieg Nummer fünf für den deutschen Double-Sieger und Königsklassen-Rückkehrer – das Traumziel Platz acht bleibt in Reichweite.
Von derlei Zielen hatten sich die Bayern in den letzten Tagen ja mal wieder für unabhängig erklärt. Nichts muss, vieles kann – so ist das offizielle Motto in dieser ersten Spielzeit in der neuen Euroleague. Einzig der Serbe Vladimir Lucic hatte erklärt: „Als FC Bayern musst du immer gewinnen.“
Aber letztlich gingen die Münchner vor 4517 Zuschauern wie auch die Moskauer Vorstädter so an dieses Duell heran, wie zwei Mannschaften, für die derzeit nur ein Sieg zählt. Mit giftiger Defensive achtete man erst einmal darauf, möglichst wenig Schaden zu nehmen. So rotierte auf der Anzeigetafel erst einmal vor allem die Foulstatistik. Bei den Punkten sah es da schon dünner aus.
Dabei ließ zumindest Moskau den Ball ja ganz manierlich durch die eigenen Reihen kreiseln. Doch ohne den verletzten Superstar Alexei Shved fehlte Khimki die Präzision im Abschluss. Bei den Bayern holperte es zwar zumindest in Halbzeit eins ein bisschen im Zusammenspiel, dafür waren die Münchner geradliniger auf dem Weg zum Korb. Vor allem Maodo Lo wuselte den Gästen den ein oder anderen Knoten in die Beine. Heraus sprang zumindest eine kleine Pausenführung (31:28).
Und die Bayern blieben am Drücker. Ausnahme-Regisseur Stefan Jovic, der sich ein Privatduell mit seinem serbischen Nationalmannschaftskollegen Stefan Markovic lieferte, bekam das Spiel zunehmend besser in Griff. Neun direkte Korbvorlagen hatte er am Ende zu Buche stehen – extraklasse. Doch vor allem als Vollstrecker gab er dem Spiel die Richtung. Jovic und Derrick Williams trafen kurz nach Wiederbeginn von der Dreierlinie – aus drei Punkten Differenz wurden neun (43:34) – das war schon einmal kein schlechtes Pfund.
Mit ein bisschen mehr Konsequenz hätten die Bayern das Spiel wohl schon hier für sich entscheiden können. Doch mit Ballverlusten und dem ein oder anderen leichten Fehlversuch ließ man Khimki im Spiel – und vor allem das US-Duo Jordan Mickey (12 Punkte) und Charles Jenkins (12) hielten den bislang so weit unter den hohen Erwartungen gebliebenen russischen Topclub im Rennen.
Am Ende war es wieder einmal Vladimir Lucic, der den so wichtigen Erfolg für die Bayern eintütete. Per Dunking und mit einem Dreier hielt der serbische Alleskönner (13 Punkte) in der Schlussphase fast im Alleingang auf Distanz. Und verschaffte den Bayern ein bisschen Ruhe in Europa. Zumindest bis zum kommenden Freitag. Dann tritt mit Zalgiris Kaunas wieder ein direkter Tabellennachbar im Audi Dome an.