„Das hatte nicht viel mit Fußball zu tun“

von Redaktion

Leipzig ist nach dem 0:3 in Freiburg bedient – der Ton könnte bei einem Aus in der Europa League noch rauer werden

Freiburg – Nur bei der Verabschiedung von Christian Streich huschte ein Lächeln über Ralf Rangnicks Gesicht. Wie es um seine Laune bestellt war, verriet der Trainer und Sportchef von RB Leipzig Sekunden später. Mit finsterer Miene stapfte der 60-Jährige nach dem 0:3 beim SC Freiburg Richtung Ausgang. Zuvor hatte er seinen Spielern ins Stammbuch geschrieben, dass solche Auftritte dem Anspruch eines Top-Teams nicht standhalten.

„In solchen Spielen, in denen es über den Kampf geht und klar ist, dass man nicht den Schönheitspreis gewinnen kann – da tun wir uns schwer“, sagte der Platzhalter von Julian Nagelsmann auf der Trainerbank: „Das ist ein Prozess, den wir noch vollziehen müssen.“ Rangnick machte keinen Hehl daraus, dass sein Team bei der deutlichen Pleite versagt hatte. „Mit Ausnahme der ersten zehn Minuten haben wir nicht gut gespielt. Vor allem das Spiel gegen den Ball war schwach“, analysierte er: „Die Gegentore sind die logische Folge. Dann verlierst du auch mal 0:3.“

Immerhin zeigten sich die Profis, die den Sprung auf den zweiten Platz der Bundesliga um Längen verpasst hatten, selbstkritisch. „Wir haben viele gute Fußballer in unseren Reihen. Aber was wir gezeigt haben, hatte nicht viel mit Fußball zu tun“, sagte Marcel Sabitzer, der die anhaltende Auswärtsschwäche als großes Problem sieht: „Daran müssen wir arbeiten. So geht es nicht.“

Sollte am Donnerstag das Aus in der Europa League gegen Rosenborg Trondheim besiegelt werden, dürfte der Ton noch rauer werden. Die Leistung in Freiburg machte jedenfalls keine Hoffnung. In der ersten Hälfte hatte lediglich Nationalstürmer Timo Werner, der seinen Vertrag nach dem Willen der Bosse noch vor Weihnachten bis 2023 verlängern soll, eine Chance. In der zweiten Halbzeit war es Innenverteidiger Dayot Upamecano, der einmal für Gefahr sorgte. Viel mehr war nicht. Ganz anders der Sport-Club. Nils Petersen, Luca Waldschmidt per Foulelfmeter und Mike Frantz trafen für die Breisgauer.

„Wir hatten eine günstige Spielentwicklung, und wir waren sehr präsent in den Zweikämpfen“, sagte Streich, „ich freue mich extrem – denn wir können auch die Tabelle lesen.“  sid

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