„Geschrien wie eine Bekloppte“

von Redaktion

Rodlerin Julia Taubitz, 22, feiert ihren ersten Weltcupsieg

Calgary – Der nächste Stern am deutschen Rodelhimmel konnte es selbst nicht so richtig fassen. Julia Taubitz (Oberwiesenthal) stieg mit großen Augen von ihrem Schlitten, auf der schwierigen Bahn in Calgary war sie soeben zum ersten Weltcupsieg ihrer Karriere gerast – und hatte dabei mal eben Olympiasiegerin Natalie Geisenberger niedergerungen.

„Als ich die Eins gesehen habe, habe ich geschrien wie eine Bekloppte“, sagte Taubitz grinsend, „ich habe das nicht erwartet, nicht mal, als ich unten ins Ziel kam.“ Zufall war der Sieg der 22-Jährigen allerdings nicht, mit drei zweiten Plätzen hatte sie in den vergangenen Wochen schon Anlauf genommen. „Sie hat sich den Sieg verdient“, sagte die zweitplatzierte Geisenberger, die zuvor alle Saisonrennen vor Taubitz gewonnen hatte: „Das ist im Moment ein geiler Zweikampf mit ihr, es macht richtig Spaß.“

Bei den Männern kämpft dagegen Felix Loch immer noch um die frühere Konstanz. Der zweimalige Einzel-Olympiasieger patzte im ersten Durchgang und landete nur auf Rang 13. Immerhin kämpfte er sich dann noch auf Rang vier vor.

„Der erste Lauf war total verkorkst, da hat gar nichts gepasst. Im zweiten Lauf hat man gesehen, was möglich gewesen wäre“, sagte Loch. Der Rest des Teams tat sich noch schwerer. Der Olympia-Dritte Johannes Ludwig (Oberhof) belegte als zweitbester Deutscher den sechsten Platz.

Bei den Doppelsitzern feierten die Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) ihren ersten Saisonerfolg. Das Duo aus Oberbayern setzte sich vor den Dauerrivalen Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) durch. Auch in der abschließende Teamstaffel lag Deutschland vorn.  sid

Artikel 1 von 11