München – Am Tag nach dem großen Triumph über den ehemals großen José Mourinho drehte sich beim FC Liverpool zwar vieles um die Auslosung der Champions League, aber eben nicht alles um den Achtelfinal-Gegner FC Bayern, denn zu glänzend war der 3:1-Sieg über Manchester United. Dabei bestätigten die „Reds“ erneut, in welch großartiger Form sie sich derzeit befinden. Liverpool spiele mit „200 Meilen pro Stunde, mit und ohne Ball“, sagte United-Trainer Mourinho. „Sie haben uns gezeigt, dass sie das bessere Team sind.“
Liverpool mit Coach Jürgen Klopp ist nicht nur besser als der englische Rekordmeister, sondern als jedes andere Team der Premier League – im Moment zumindest. Mit einem Punkt Vorsprung vor Pep Guardiolas Manchester City behauptete die Mannschaft durch den Erfolg über Manchester United die Tabellenführung und ist als einziger Club in der höchsten Liga noch ungeschlagen.
„Wie wir gespielt haben, war einfach perfekt“, lobte Klopp sein Team. Er selbst bewies ein glückliches Händchen mit der Einwechslung des Ex-Bayern Xherdan Shaquiri, der dann innerhalb von sieben Minuten zwei Tore erzielte. „Man braucht ein bisschen Glück, das brauchten wir für beide Tore, die abgefälscht wurden“, räumte Klopp mit Blick auf den Doppelpack des Schweizers ein.
Britische Medien schwärmen vom Tabellenführer. „Liverpool demütigt Manchester United mit Fußball, den José Mourinho nicht hinbekommt“, schrieb die Zeitung „Liverpool Echo“. Während Klopp derzeit viel Lob kassiert, muss der ehemalige „The Special One“ mit Häme zurechtkommen. „Xherdan Shaqiri zeigt die Klasse und Tiefe, die Manchester United fehlt“, hieß es im „Telegraph“. Die BBC attestierte Mourinho gar einen „kreativen Bankrott“.
Die derzeitige Galaform von Liverpool nährt dagegen die Hoffnung, dass es unter Klopps Regie mit der 19. Meisterschaft und der ersten seit 1990 klappen können. Die „Reds“ bieten in der Liga dem noch reicheren Titelverteidiger Manchester City derzeit die Stirn.
Seine Wahlheimat Liverpool – oder besser ein Street-art-Künstler – hat dem deutschen Erfolgstrainer nun sogar ein Denkmal gesetzt. An einer Hauswand Ecke Jordan Street/Jamaica Street prangt seit ein paar Tagen ein riesiges Graffiti mit dem Konterfei des Deutschen. Klopp als Streetart – kein schlechtes Standing für einen deutschen Trainer in England. ub